Artikel 9 des Gesetzes, die Verfassung des Australischen Bundes betreffend
Sec. 9 of the Commonwealth of Australia Constitution Act


Die Verfassung des Australischen Bundes
The Commonwealth of Australia Constitution

bestätigt von Ihrer Majestät am  9. Juli 1900 (Royal Assent)

geändert durch
 unter Eduard VII.
Verfassungsänderung betreffend die Senatswahlen von 1906 (1907 No. 1, Date of Assent: 3. April 1907) 
(Sec. 13)
Verfassungsänderung betreffend Staatsschulden von 1909 (1910 No. 3, Date of Assent: 6. August 1910)  (§§ )
 unter Georg V.
Verfassungsänderung betreffend Staatsschulden von 1928 (1929 No. 1, Date of Assent: 13. Februar 1929) 
(§§ )
unter Georg VI.
Verfassungsänderung betreffend die Sozialversicherung von 1946 (1946 No. 81, Date of Assent: 19. Dezember 1946)  (§§ )
unter Elisabeth II.
Verfassungsänderung betreffend die Aboriginals von 1967 (1967 No. 55, Date of Assent: 10. August 1967)  (§§ )
Verfassungsänderung betreffend der Fälle von Vakanzen im Senat von 1977 (1977 No. 82, Date of Assent: 29. Juli 1977)  (§§ )
Verfassungsänderung betreffend den Ruhestand der Richter von 1977 (1977 No. 83, Date of Assent: 29. Juli 1977)  (§§ )
Verfassungsänderung betreffend Volksabstimmungen von 1977 (1977 No. 84, Date of Assent: 29. Juli 1977)  (§§ )
Gesetz über Australien von 1986 (1985 No. 142, Date of Assent: 3. März 1986)  (§§ )
 

 

Chapter I.
The Parliament
 

Kapitel I.
Das Parlament

 

Part I. - General
 

Teil I. - Allgemeines
 

1. Legislative pover. The legislative power of the Commonwealth shall be vested in a Federal Parliament, which shall consist of the Queen, a Senate, and a House of Representatives, and which is herein-after called " The Parliament," or " The Parliament of the Commonwealth."

 

1. Gesetzgebende Gewalt. Die gesetzgebende Gewalt des Bundes ruht in dem Bundesparlament, das sich zusammensetzt aus der Königin, einem Senate und einem Repräsentantenhause, und welches hier weiterhin als "Das Parlament", oder "Das Parlament des Bundes" bezeichnet wird.

 

2. Governor-General. A Governor-General appointed by the Queen shall be Her Majesty's representative in the Commonwealth, and shall have and may exercise in the Commonwealth during the Queen's pleasure, but subject to this Constitution, such powers and functions of the Queen as Her Majesty may be pleased to assign to him.

 

2. Generalgouverneur. Ein von der Königin ernannter Generalgouverneur gilt als der Repräsentant Ihrer Majestät in dem Bund und er besitzt und übt in dem Bund, solange es der Königin Wille ist, aber im Einlang mit dieser Verfassung, alle Befugnisse und Funktionen aus, welche Ihrer Majestät ihm zuzuweisen sich bewogen findet.

 

3. Salary of Governor-General. There shall be payable to the Queen out of the Consolidated Revenue fund of the Commonwealth, for the salary of the Governor-General, an annual sum which, until the Parliament otherwise provides, shall be ten thousand pounds.

The salary of a Governor-General shall not be altered during his continuance in office.

 

3. Besoldung des Generalgouverneurs. Der Königin wird aus den konsolidierten Staatseinnahmen des Bundes eine jährliche Summe zur Besoldung des Generalgouverneurs ausgeworfen, welche, bis das Parlament anders beschließt, zehntausend Pfund beträgt.

Die Besoldung des Generalgouverneurs soll während seiner Amtsdauer keine Änderung erfahren.

Durch  Art. 3 des Bundesbesoldungsgesetz von 1907 (Commonwealth Salaries Act 1907) wurde die Besoldung des Generalgouverneurs durch Gesetz geregelt; heute durch das Generalgouverneurs-Gesetz von 1974 (Governor-General Act 1974).

 

4. Provisions relating to Governor-General. The provisions of this Constitution relating to the Governor-General extend and apply to the Governor-General for the time being, or such person as the Queen may appoint to administer the Government of the Commonwealth; but no such person shall be entitled to receive any salary from the Commonwealth in respect of any other office during his administration of the Government of the Commonwealth.

 

4. Bestimmungen bzgl. des Generalgouverneurs. Die auf den Generalgouverneur bezüglichen Bestimmungen dieser Verfassung erstrecken sich und finden Anwendung auf den derzeitigen Generalgouverneur oder auf die Person, welche die Königin mit der Führung der Regierung des Bundes beauftragen mag; aber keine Person hat ein Anrecht auf Besoldung seitens des Bundes in Hinsicht auf ein anderes Amt während der Führung des Regierung des Bundes.

Stellvertretung des Generalgouverneurs durch den Verwalter des Bundes  (Administrator of the Commonwealth"; diese Stelle wird zwar in der Regel erst bei der Vakanz des Amtes des Generalgouverneurs durch Patent besetzt, wird aber durch (ungeschriebene) Verfassungskonvention dem dienstältesten amtierenden Gouverneur eines Bundesstaates übertragen.

 

5. Session of Parliament. Prorogation and dissolution. The Governor-General may appoint such times for holding the sessions of the Parliament as he thinks fit, and may also from time to time, by Proclamation or otherwise, prorogue the Parliament, and may in like Prorogation and manner dissolve the House of Representatives.

Summoning Parliament. After any general election the Parliament shall be summoned to meet  not later than thirty days after the day appointed for the return of the writs.

First session. The Parliament shall be summoned to meet not later than six months after the establishment of the Commonwealth.
 

 

5. Sitzungsperioden des Parlaments, Vertagung und Auflösung. Der Generalgouverneur setzt für die Abhaltung der Sitzungen des Parlamentes die Zeit fest, wie es ihm angemessen scheint, und kann auch von Zeit zu Zeit das Parlament durch Verordnung oder sonstwie vertagen und ebenso das Repräsentantenhaus auflösen.

Zusammentritt des Parlaments. Nach einer allgemeinen Wahl soll das Parlament nicht später zum Zusammentritt einberufen werden als dreißig Tage nach dem für die Feststellung des Wahlergebnisses bestimmten Termine.

Erste Sitzungsperiode. Das Parlament soll zum Zusammentritt nicht später als sechs Monate nach der Gründung des Bundes einberufen werden.

Die erste Sitzung des australischen Bundesparlaments fand am 9. Mai 1901 in Melbourne im Beisein von Georg, Fürst von Wales und Herzog von Cornwall und York, Sohn des regierenden Königs Edward VII und nachmaligem König Georg V. statt.

Der Abs. 3 ist gegenstandslos.

Seit 1974 ist es nicht mehr üblich, Parlamentssitzungen während einer Legislaturperiode zu unterbrechen (zu vertagen), sondern die Parlamentssitzung (Session) läuft vom Tag des ersten Zusammentritts bis zum Tag der Auflösung des Repräsentantenhauses. Wenn der Senat nicht gleichzeitig mit dem Repräsentantenhaus aufgelöst wird, gilt er als vertagt, da keine der beiden Kammern für sich eine Session durchführen können; hier findet der Artikel 49 Anwendung.

 

6. Yearly session of Parliament. There shall be a session of the Parliament once at least in every year, so that twelve months shall not intervene between the last sitting of the Parliament in one session and its first sitting in the next session.

 

6. Jährliche Parlamentssitzungen. Eine Session des Parlamentes soll wenigstens einmal in jedem Jahr stattfinden, und zwar sollen keine zwölf Monate zwischen der letzten Parlamentssitzung in einer Session und der ersten Sitzung in der nächsten Session liegen.

 

Part II. - The Senate
 

Teil II. - Der Senat
 

7. The Senate. The Senate shall be composed of senators for each State, directly chosen by the people of the State, voting, until the Parliament otherwise provides, as one electorate.

But until the Parliament of the Commonwealth otherwise provides, the Parliament of the State of Queensland, if that State be an Original State, may make laws dividing the State into divisions and determining the number of senators to be chosen for each division, and in the absence of such provision the State shall be one electorate.

Until the Parliament otherwise provides there shall be six senators for each Original State. The Parliament may make laws increasing or  diminishing the number of senators for each State, but so that equal representation of the several Original States shall be maintained and that no Original State shall have less than six senators.

The senators shall be chosen for a term of six years, and the names of the senators chosen for each State shall be certified by the Governor to the Governor-General.

 

7. [Der Senat] Der Senat setzt sich zusammen aus Senatoren für jeden einzelnen Staat, unmittelbar von der Bevölkerung des Staates gewählt, welche, bis das Parlament anders beschließt, als eine Wahleinheit stimmt.

Bis aber das Parlament des Bundes  anders beschließt, kann das Parlament des Staates Queensland, wenn dieser Staat ein Originalstaat ist, durch Gesetz den Staat in Unterabteilungen einteilen und die in jedem Teil zu wählende Anzahl der Senatoren festsetzen; in Ermangelung solcher Bestimmungen soll der Staat als eine Wahleinheit gelten.

Bis das Parlament anders beschließt, soll es sechs Senatoren für jeden Originalsstaat geben. Das Parlament kann durch Gesetz die Zahl der Senatoren für jeden Staat vergrößern oder verringern, aber in der Weise, daß eine gleiche Vertretung der einzelnen Originalstaaten aufrecht erhalten wird, und daß kein Originalstaat weniger als sechs Senatoren besitzt.

Die Senatoren werden für die Zeit von sechs Jahren gewählt, und die Namen der für jeden Staat gewählten Senatoren müssen von dem Gouverneur dem Generalgouverneur beglaubigt werden.

Durch das Repräsentationsgesetz von 1948 (Representation act 1948) erstmals angewendet; heute gilt das Repräsentationsgesetz von 1983 (Representation Act 1983).

 

8. Qualifications of electors. The qualification of electors of senators shall be in each State that which is prescribed by this Constitution, or by the Parliament, as the qualification for electors of members of the House of Representatives ; but in the choosing of senators each elector shall vote only once.

 

8. [Qualifikationen der Wähler] Die Befähigung als Wähler der Senatoren ist in jedem Staate dieselbe, wie sie durch diese Verfassung oder durch das Parlament für die Wähler der Mitglieder des Repräsentantenhauses vorgeschrieben ist; bei der Senatswahlen soll aber jeder Wähler nur einmal stimmen.

 

9. Method of election of senators. The Parliament of the Commonwealth may make laws prescribing the method of choosing senators, but so that the method shall be uniform for all the States. Subject to any such law, the Parliament of each State may make laws prescribing the method of choosing the senators for that State.

Times and places. The Parliament of a State may make laws for determining the times and places of elections of senators for the State.

9. [Art der Wahlen der Senatoren] Das Parlament des Bundes regelt durch Gesetz die Art der Senatswahlen, aber in der Weise, daß sie für alle Staaten eine einheitliche ist. Im Einlang mit einem solchen Gesetz kann das Parlament eines jeden Einzelstaates das Verfahren für die Senatswahlen des Senates gesetzlich regeln.

[Wahlzeiten- und Orte] Das Parlament eines Staates bestimmt gesetzlich die Wahlzeiten und -Orte für die Senatswahlen des Staates.

Durch das Bundeswahlgesetz von 1902 (Commonwealth Electoral Act 1902) und dem Bundes-Wahlrechtsgesetz von 1902 (Commonwealth Franchise Act 1902) sowie das Senatswahlgesetz von 1903 (Senate Elections Act 1903, teil des Bundeswahlgesetzes von 1902 und 1918) erstmals angewendet.

 

10. Application of State laws. Until the Parliament otherwise provides, but subject to this Constitution, the laws in force in each State, for the time being, relating to elections for the more numerous House of the Parliament of the State shall, as nearly as practicable, apply to elections of senators for the State.

 

10. [Anwendung des Rechts eines Staates] Bis das Parlament anders beschließt, aber im Einklang mit dieser Verfassung, sollen die in jedem Staate zur Zeit in Kraft befindlichen Gesetze für die Wahlen zum größeren Hause des Parlamentes des Staates soweit als durchführbar auf die Senatswahlen des Staates Anwendung finden.

Seit dem Bundeswahlgesetz von 1902 (Commonwealth Electoral Act 1902) und dem Bundes-Wahlrechtsgesetz von 1902 (Commonwealth Franchise Act 1902), heute durch das Bundeswahlgesetz von 1918 bis 2011 (Commonwealth Electoral Act 1918-2011)  gegenstandslos.

 

11. Failure to choose senators. The Senate may proceed to the despatch of business, notwithstanding the failure of any State to provide for its representation in the Senate.

 

11. [Unterlassung zur Wahl der Senatoren] Der Senat kann an die Geschäftserledigung herantreten ungeachtet der Unterlassung eines Staates für seine Vertretung in dem Senate zu sorgen.

 

12. Issue of writs. The Governor of any State may cause writs to be issued for elections of senators for the State. In case of the dissolution of the Senate the writs shall be issued within ten days from the proclamation of such dissolution.

 

12. [Wahlausschreiben] Der Gouverneur eines Staates erläßt die Wahlausschreiben für die Senatswahlen des Staates. Im Falle einer Auflösung des Senates haben die Wahlausschreiben innerhalb zehn Tagen nach der Auflösungsverordnung zu ergehen.

 

13. Rotation of senators. As soon as may be after the Senate first meets, and after each first meeting of the Senate following a dissolution thereof, the Senate shall divide the senators chosen for each State into two classes, as nearly equal in number as practicable; and the places of the senators of the first class shall become vacant at the expiration the third year, and the places of those of the second class at the expiration of the sixth year, from the beginning of their term of service; and afterwards the places of senators shall become vacant at the expiration of six years from the beginning of their term of service.

The election to fill vacant places shall be made in the year at the expiration of with the places ar to become vacant.

For the purposes of this section the term of service of a senator shall be taken to begin on the first day of January following the day of his election, except in the cases of the first election and of the election next after any dissolution of the Senate, when it shall be taken to begin on the first day of January preceding the day of his election.

Durch Gesetz 1907 c.1 vom 3. April 1907 wurde die Sektion 13 wie folgt geändert:
- im Abs. 3 wurden die Worte "the third year" ersetzt durch: "three years" und die Worte "the sixth year" wurde ersetzt durch: "six years".
- der Abs. 2 erhielt folgende Fassung:
"The election to fill vacant places shall be made within one year before the places are to become vacant.".
- im Abs. 3 wurde das Wort "January" ersetzt durch: "July".

 

13. [Wechsel der Senatoren] Sobald als möglich nach dem erstmaligen Zusammentritt des Senates und nach jeder ersten auf eine Auflösung folgenden Senatssitzung soll der Senat die für jeden Staat gewählten Senatoren mit tunlichster Genauigkeit in zwei Klassen einteilen: und die Sitze der Senatoren der ersten Klasse sollen mit dem Ablauf des dritten Jahres vakant werden, und die Sitze derjenigen der zweiten Klasse  mit dem Ausgang des sechsten Jahres, vom Anfang ihrer Amtszeit an gerechnet; und weiterhin sollen die Sentatorenplätze frei werden mit dem Ablauf von sechs Jahren vom Anfang der Amtszeit.

Die Erneuerungswahl für erledigte Sitze soll im Verlaufe des Jahres, in dem die Sitze frei werden, geschehen.

In Bezug auf den Inhalt dieses Abschnittes gilt die Amtszeit eines Senators als beginnend am 1. Januar nach dem Wahltage, ausgenommen die Fälle der ersten Wahl und der nächsten Wahl nach einer Senatsauflösung, so wie ihren Anfang am 1. Januar vor dem Wahltage zu nehmen hat.

Durch Gesetz 1907 c.1 vom 3. April 1907 wurde die Sektion 13 wie folgt geändert:
- im Abs. 3 wurden die Worte "des dritten Jahres" ersetzt durch: "von drei Jahren" und die Worte "des sechsten Jahres" wurde ersetzt durch: "von sechs Jahren".
- der Abs. 2 erhielt folgende Fassung:
"Die Erneuerungswahl für erledigte Sitze soll ein Jahr, bevor sie frei werden, geschehen.".
- im Abs. 3 wurde das Wort "Januar" ersetzt durch: "Juli".

 

14. Further provision for rotation. Whenever the number of senators for a State is increased or diminished, the Parliament of the Commonwealth may make such provision for the vacating of the places of senators for the State as it deems necessary to maintain regularity in the rotation.

 

14. [Weitere Bestimmung zum Wechsel] Wenn die Zahl der Senatoren eines Staates eine Vermehrung oder Verringerung erfährt, so hat das Parlament des Bundes für das Ledigwerden der Senatssitze des Staates diejenigen Bestimmungen zu treffen, welche ihm zur Aufrechterhaltung eines regelmäßigen Wechsels nothwendig erscheinen.

Durch das Repräsentationsgesetz von 1948 (Representation act 1948) erstmals angewendet; heute gilt das Repräsentationsgesetz von 1983 (Representation Act 1983).

 

15. Casual vacancies. If the place of a senator becomes vacant before the expiration of his term of service, the Houses of Parliament of the State for which he was chosen shall, sitting and voting together, choose a person to hold the place until the expiration of the term, or until the election of a successor as herein-after provided, whichever first happens. But if the Houses of Parliament of the State are not in session at the time when the vacancy is notified, the Governor of the State, with the advice of the Executive Council thereof, may appoint a person to hold the place until the expiration of fourteen days after the beginning of the next session of the Parliament of the State, or until the election of a successor, whichever first happens.

At the next general election of members of the House of Representatives, or at the next election of senators for the State, whichever first happens, a successor shall, if the term has not then expired, be chosen to hold the place from the date of his election until the expiration of the term.
.

The name of any senator so chosen or appointed shall be certified by the Governor of the State to the Governor-General.

Durch Gesetz 1977 c.82 vom 29. Juli 1977 erhielt die Sektion 15 folgende Fassung:
"15. Casual vacancies. If the place of a senator becomes vacant before the expiration of his term of service, the Houses of Parliament of the State for which he was chosen, sitting and voting together, or, if there is only one House of that Parliament, that House, shall choose a person to hold the place until the expiration of the term. But if the Parliament of the State is not in session when the vacancy is notified, the Governor of the State, with the advice of the Executive Council thereof, may appoint a person to hold the place until the expiration of fourteen days from the beginning of the next session of the Parliament of the State or the expiration of the term, whichever first happens.
Where a vacancy has at any time occurred in the place of a senator chosen by the people of a State and, at the time when he was so chosen, he was publicly recognized by a particular political party as being an endorsed candidate of that party and publicly represented himself to be such a candidate, a person chosen or appointed under this section in consequence of that vacancy, or in consequence of that vacancy and a subsequent vacancy or vacancies, shall, unless there is no member of that party available to be chosen or appointed, be a member of that party.
Where:
  (a) in accordance with the last preceding paragraph, a member of a particular political party is chosen or appointed to hold the place of a senator whose place had become vacant; and
  (b) before taking his seat he ceases to be a member of that party (otherwise than by reason of the party having ceased to exist);
he shall be deemed not to have been so chosen or appointed and the vacancy shall be again notified in accordance with section twenty-one of this Constitution.
The name of any senator chosen or appointed under this section shall be certified by the Governor of the State to the Governor-General.
If the place of a senator chosen by the people of a State at the election of senators last held before the commencement of the Constitution Alteration (Senate Casual Vacancies) 1977 became vacant before that commencement and, at that commencement, no person chosen by the House or Houses of Parliament of the State, or appointed by the Governor of the State, in consequence of that vacancy, or in consequence of that vacancy and a subsequent vacancy or vacancies, held office, this section applies as if the place of the senator chosen by the people of the State had become vacant after that commencement.
A senator holding office at the commencement of the Constitution Alteration (Senate Casual Vacancies) 1977, being a senator appointed by the Governor of a State in consequence of a vacancy that had at any time occurred in the place of a senator chosen by the people of the State, shall be deemed to have been appointed to hold the place until the expiration of fourteen days after the beginning of the next session of the Parliament of the State that commenced or commences after he was appointed and further action under this section shall be taken as if the vacancy in the place of the senator chosen by the people of the State had occurred after that commencement.
Subject to the next succeeding paragraph, a senator holding office at the commencement of the Constitution Alteration (Senate Casual Vacancies) 1977 who was chosen by the House or Houses of Parliament of a State in consequence of a vacancy that had at any time occurred in the place of a senator chosen by the people of the State shall be deemed to have been chosen to hold office until the expiration of the term of service of the senator elected by the people of the State.
If, at or before the commencement of the Constitution Alteration (Senate Casual Vacancies) 1977, a law to alter the Constitution entitled “Constitution Alteration (Simultaneous Elections) 1977” came into operation,10 a senator holding office at the commencement of that law who was chosen by the House or Houses of Parliament of a State in consequence of a vacancy that had at any time occurred in the place of a senator chosen by the people of the State shall be deemed to have been chosen to hold office:
  (a) if the senator elected by the people of the State had a term of service expiring on the thirtieth day of June, One thousand nine hundred and seventy-eight – until the expiration or dissolution of the first House of Representatives to expire or be dissolved after that law came into operation; or
  (b) if the senator elected by the people of the State had a term of service expiring on the thirtieth day of June, One thousand nine hundred and eighty-one – until the expiration or dissolution of the second House of Representatives to expire or be dissolved after that law came into operation or, if there is an earlier dissolution of the Senate, until that dissolution."

 

§ 15. [Fälle des Freiwerdens] Wenn der Sitz eines Senators vor Ablauf von dessen Amtszeit frei wird, so sollen die Häuser des Parlamentes des Staates, für den er gewählt war, in gemeinsamer Sitzung und Abstimmung eine Person zur Einnahme des Sitzes bis zum Ablauf der zeit oder bis zur Wahl eines Nachfolgers, wie weiterhin bestimmt, wählen, je nachdem ein Fall zuerst eintritt. Wenn aber die Häuser des Parlamentes des Staates zur Zeit der Bekanntgabe der Vakanz keine Session halten, so kann der Gouverneur des Staates unter Beiziehung des Regierungsrates eine Person ernennen zur Einnahme des Sitzes bis zum Ablauf von vierzehn Tagen nach Eröffnung der nächsten Parlamentssession des Staates oder bis zur Wahl eines Nachfolgers, je nachdem ein Fall zuerst eintritt.

Bei der nächsten allgemeinen Wahl von Mitgliedern des Repräsentantenhauses oder bei der nächsten Senatswahl für den Staat, je nachdem ein Fall zuerst eintritt, soll, falls die Amtszeit noch nicht abgelaufen ist, ein Nachfolger zur Einnahme des Sitzes vom Tage der Wahl ab bis zum Erlöschen der Amtsdauer gewählt werden.

Der Name eines so erwählten oder ernannten Senators muß von dem Gouverneur des Staates dem Generalgouverneur beglaubigt werden.

 

 

16. Qualifications of senator. The qualifications of a senator shall be the same as those of a member of the House of Representatives.
 

 

16. [Wählbarkeit eines Senators] Die Befähigungserfordernisse für einen Senator sind dieselben wie diejenigen für ein Mitglied des Repräsentantenhauses.

 

17. Election of President. The Senate shall, before proceeding to the despatch of any other business, choose a senator to be the President of the Senate; and as often as the office of President becomes vacant the Senate shall again choose a senator to be the President.

The President shall cease to hold his office if he ceases to be a senator. He may be removed from office by a vote of the Senate, or he may resign his office or his seat by writing addressed to the Governor-General.

 

17. [Wahl eines Präsidenten] Der Senat hat, bevor er an irgend einer Geschäftserledigung herantritt, einen Senator zum Senatspräsidenten zu wählen; und jedesmal, wenn das Präsidentenamt vakant wird, hat der Senat wiederum einen Senator zum Präsidenten zu wählen.

Der Präsident gibt sein Amt auf, wenn er aufhört Senator zu sein. Er kann durch einen Senatsbeschluß aus dem Amt entfernt werden, oder er kann auf sein Amt oder seinen Sitz verzichten mittels einer an den Generalgouverneur gerichteten schriftlichen Mitteilung.

 

18. Absence of President. Before or during any absence of the President, the Senate may choose a senator to perform his duties in his absence.

 

18. [Abwesenheit des Präsidenten] Vor oder während der Abwesenheit des Präsidenten hat der Senat einen Senator zu wählen, um dessen Obliegenheiten während der Abwesenheit zu versehen.

 

19. Resignation of senator. A senator may, by writing addressed to the President, or to the Governor-General if there is no President or if the President is absent from the Commonwealth, resign his place, which thereupon shall become vacant.

 

19. [Verzicht eines Senators] Ein Senator kann mittels schriftlicher Mitteilung an den Präsidenten oder an den Generalgouverneur, für den Fall, daß kein Präsident vorhanden oder daß aus dem Bund abwesend ist, auf seinen Sitz Verzicht leisten, der daraufhin vakant wird.

 

20. Vacancy by absence. The place of a senator shall become vacant if for two consecutive months of any session of the Parliament he, without the permission of the Senate, fails to attend the Senate.

 

20. [Freiwerden durch Abwesenheit] Der Sitz eines Senators gilt als erledigt, wenn dieser während zweier Monate in derselben Parlamentssession ohne die Erlaubnis des Senats den Besuch desselben unterläßt.

 

21. Vacancy to be notified. Whenever a vacancy happens in the Senate, the President, or if there is no President or if the President is absent from the Commonwealth the Governor-General, shall notify the same to the Governor of the State in the representation of which the vacancy has happened.

 

21. [Mitteilung von Vakanzen] So of eine Vakanz in dem Senate eintritt, hat der Präsident, und für den Fall, daß kein Präsident vorhanden oder daß er aus dem Bund abwesend ist, der Generalgouverneur den Gouverneur des Staates davon in Kentniss zu setzen, in dessen Vertretung die Vakzanz stattgefunden hat.

 

22. Quorum. Until the Parliament otherwise provides, the presence of at least one-third of the whole number of the senators shall be necessary to constitute a meeting of the Senate for the exercise of its powers.

 

22. [Beschlußfähigkeit] Bis das Parlament anders beschließt, ist die Anwesenheit von mindestens einem Drittel der Gesamtzahl der Senatoren erforderlich, um eine Sitzung und Ausübung der Befugnisse des Senates zu ermöglichen.

Durch das Senats-Beschlussfähigkeitsgesetz (Senate (Quorum) Act 1991) wurde bestimmt:
"3. Die Anwesenheit von mindestens einem Viertel der Gesamtzahl der Senatoren ist erforderlich, um eine Sitzung und Ausübung der Befugnisse des Senates zu ermöglichen".

 

23. Voting in Senate. Questions arising in the Senate shall be determined by a majority of votes, and each senator shall have one vote. The President shall in all cases be entitled to a vote; and when the votes are equal the question shall pass in the negative.

 

§ 23. [Beschlüsse des Senates] Im Senate behandelte Angelegenheiten werden durch Stimmenmehrheit entschieden, wobei jeder Senator eine Stimme hat. Der Präsident ist in allen Fällen stimmberechtigt; und wenn die Stimmen gleich sind, gilt die Angelegenheit als abgelehnt.

 

Part III. - The House of Representatives
 

Teil III. - Das Repräsentantenhaus
 

24. Constitution of House of Representatives. The House of Representatives shall be composed of members directly chosen by the people of the Commonwealth, and the number of such members shall be, as nearly as practicable, twice the number of the senators.

The number of members chosen in the several States shall be in proportion to the respective numbers of their people, and shall, until the Parliament otherwise provides, be determined, whenever necessary, in the following manner:
  (i) a quota shall be ascertained by dividing the number of the people of the Commonwealth, as shown by the latest statistics of the Commonwealth, by twice the number of the senators;
  (ii) the number of members to be chosen in each State shall be determined by dividing the number of the people of the State, as shown by the latest statistics of the Commonwealth, by the quota; and if on such division there is a remainder greater than one-half of the quota, one more member shall be chosen in the State.

But notwithstanding anything in this section, five members at least shallbe chosen in each Original State.

 

24. [Zusammensetzung des Repräsentantenhauses] Das Repräsentantenhaus setzt sich zusammen aus unmittelbar vom Volke des Bundes gewählten Mitgliedern, und die Zahl dieser Mitglieder soll, soweit als möglich, das Doppelte der Zahl der Senatoren betragen.

Die in den Einzelstaaten gewählte Anzahl der Mitglieder soll im Verhältnis zu der Bevölkerungsziffer stehen und, bis das Parlament anders beschließt, nötigenfalls in folgender Weise bestimmt werden:
  (i) Eine Quote ist zu ermitteln durch Teilung der Bevölkerungsziffer des Bundes wie sie sich bei der jüngsten Zählung im Bund ergab, durch die doppelte Zahl der Senatoren:
  (ii) Die in jedem Staate zu wählende Mitgliederzahl ist zu bestimmen durch Teilung der Bevölkerungsziffer des Staates, wie sie sich bei der jüngsten Zählung im Bund ergab, durch diese ermittelte Quote; und wenn sich bei dieser Teilung ein Überschluß größer als eine Quotenhälfte ergibt, soll ein Mitglied mehr für den Staat gewählt werden.

Aber ungeachtet des Inhaltes dieses Abschnittes sollen mindestens fünf Mitglieder in jedem Originalstaate gewählt werden.

Seit dem Repräsentationsgesetz von 1905 (Representation act 1905) sind Teile des Artikels 24 gegenstandslos; heute gilt das Repräsentationsgesetz von 1983 (Representation Act 1983).

 

25. Provisions as to races disqualified from voting. For the purposes of the last section, if by the law of any State all persons of any race are disqualified from voting at elections for the more numerous House of the Parliament of the State, then, in reckoning the number of the people of the State or of the Commonwealth, persons of that race resident in that State shall not be counted.

 

25. [Vorschriften, falls eine Rasse vom Wahlrecht ausgeschlossen ist] Wenn, mit Bezug auf den Inhalt des letzten Abschnittes, durch Gesetz eines Staates alle Angehörigen irgend einer Rasse disqualifizirt sind zur Stimmabgabe bei den Wahlen zum größeren Hause des Parlaments diese Staates, dann sollen bei der Berechnung der Bevölkerungsziffer des Staates oder des Bundes die Angehörigen dieser Rasse in dem Staate nicht gezählt werden.

 

26. Representatives in first Parliament. Notwithstanding anything in section twenty-four, the number of members to be chosen in each State at the first election shall be as follows:
New South Wales . . . . . . . . . twenty-three;
Victoria . . . . . . . . . . . . . . . . . twenty;
Queensland . . . . . . . . . . . . . . eight;
South Australia  . . . . . . . . . . six;
Tasmania . . . . . . . . . . . . . . . . five;

Provided that if Western Australia is an Original State, the numbers shall be as follows:
New South Wales . . . . . . . . . twenty-six;
Victoria . . . . . . . . . . . . . . . . . twenty-three;
Queensland . . . . . . . . . . . . . . nine;
South Australia . . . . . . . . . . . seven;
Western Australia . . . . . . . . . five;
Tasmania . . . . . . . . . . . . . . . . five.

 

26. [Abgeordnete im ersten Parlament] Ungeachtet des Inhaltes des Abschnittes vierundzwanzig soll die Zahl der in den Einzelstaaten zu wählenden Mitglieder bei der ersten Wahl die folgende sein:
Neu-Süd-Wales . . . . . . . . . . .dreiundzwanzig;
Viktoria . . . . . . . . . . . . . . . . . zwanzig;
Queensland . . . . . . . . . . . . . . acht;
Süd-Australien  . . . . . . . . . . . sechs;
Tasmanien. . . . . . . . . . . . . . . . fünf;

In der Voraussicht, daß West-Australien als Originalstaat eintritt, soll die Zahl die folgende sein:
Neu-Süd-Wales . . . . . . . . . . .sechsundzwanzig;
Viktoria . . . . . . . . . . . . . . . . . dreiundzwanzig;
Queensland . . . . . . . . . . . . . . neun;
Süd-Australien  . . . . . . . . . . . sieben;
West-Australien . . . . . . . . . . . fünf;
Tasmanien. . . . . . . . . . . . . . . . fünf;

gegenstandslos, da formal nur für das erste, von 1901 bis 1904 amtierende Bundesparlament Geltung hatte, doch war die Zahl der Abgeordneten bis 1949 unverändert 75.

 

27. Alteration of number of members. Subject to this Constitution, the Parliament may make laws for increasing or diminishing the number of the members of the House of Representatives.

 

27. [Änderung der Zahl der Mitglieder] Im Einklang mit dieser Verfassung kann das Parlament durch Gesetze die Vermehrung oder Verminderung der Zahl der Mitglieder des Repräsentantenhauses regeln.

Durch das Repräsentationsgesetz von 1905 (Representation act 1905) erstmals angewendet.

Dis 1949 blieb es bei der ursprünglichen Zahl von 75 Mitgliedern des Repräsentantenhauses und 36 Mitglieder des Senats); danach wurden sie durch Gesetz von 1949 auf  121 erhöht (Senat von 36 auf 60); 1984 wurde die Zahl auf 148 Sitze (Senat 76 Sitze) erhöht, 2001 dann auf 150 Sitze.

Seit 1968 werden nicht nur die Staaten sondern auch die Territorien Australiens bei der Sitzverteilung berücksichtigt; siehe Art. 122.

 

28. Duration of House of Representatives. Every House of Representatives shall continue for three years from the first meeting of the House, and no longer, but may be sooner dissolved by the Governor-General.

 

28. [Dauer des Repräsentantenhauses] Jedes Repräsentantenhaus soll eine Dauer von drei Jahren haben, von der ersten Sitzung des Hauses ab gerechnet, und nicht länger, doch  kann es schon vorher durch den Generalgouverneur aufgelöst werden.

es ist üblich, das Repräsentantenhaus (oder Repräsentantenhaus und Senat gemeinsam, sog. double dissolution) vor Ablauf von drei Jahren aufzulösen; von den bisher 43 Parlamenten Australiens (gezählt werden nur die Wahlen zum Repräsentantenhaus) wurde nur  das III. Parlament (20.2.1907-19.2.1910) nicht aufgelöst; siehe Auflistung der Parlamente Australiens

 

29. Electoral divisions. Until the Parliament of the Commonwealth otherwise provides, the Parliament of any State may make laws11 for determining the divisions in each State for which members of the House of Representatives may be chosen, and the number of members to be chosen for each division. A division shall not be formed out of parts of different States.

In the absence of other provision, each State shall be one electorate.

 

29. [Wahlkreise] Bis das Parlament anders beschließt, kann das Parlament eines Staates durch Gesetze die Unterteilungen in jedem Staaten bestimmen, für welche Mitglieder zum Repräsentantenhause gewählt werden, sowie die Anzahl der für jede Unterabteilung zu wählenden Mitglieder. Ein Wahlbezirk soll nicht aus Teilen verschiedener Staaten gebildet werden.

In Ermangelung anderer Vorschriften soll jeder Staat einen Wahlkörper bilden.

Seit dem Repräsentationsgesetz von 1918 (Representation act 1918) gegenstandslos.

 

30. Qualification of electors. Until the Parliament otherwise provides, the qualification of electors of members of the House of Representatives shall be in each State that which is prescribed by the law of the State as the qualification of electors of the more numerous House of Parliament of the State; but in the choosing of members each elector shall vote only once.

 

30. [Qualifikationen der Wähler] Bis das Parlament anders beschließt, soll die Befähigung als Wähler der Mitglieder des Repräsentantenhauses in jedem Staate diejenige sein, welche durch Gesetz des Staates für die Wähler des größeren Hauses des Parlamentes dieses Staates vorgeschrieben ist; bei der Wahl der Mitglieder soll aber jeder Wähler nur einmal stimmen.

Seit dem Bundeswahlgesetz von 1902 (Commonwealth Electoral Act 1902) und dem Bundes-Wahlrechtsgesetz von 1902 (Commonwealth Franchise Act 1902), heute durch das Bundeswahlgesetz von 1918 bis 2011 (Commonwealth Electoral Act 1918-2011)  gegenstandslos; mit den Gesetzen von 1902 wurde u. a. das Frauenwahlrecht in Australien eingeführt.

 

31. Application of State laws. Until the Parliament otherwise provides, but subject to this Constitution, the laws in force in each State for the time being relating to elections for the more numerous House of the Parliament of the State shall, as nearly as practicable, apply to elections in the State of members of the House of Representatives.

 

31. [Anwendung von Staatsgesetzen] Bis das Parlament anders beschließt, aber im Einklang mit dieser Verfassung, sollen die in jedem Staate zur Zeit in Kraft befindlichen Gesetze über die Wahlen zum größeren Hause des Parlamentes des Staates, soweit als durchführbar, auf die Wahlen zum Repräsentantenhause in diesem Staate Anwendung finden.

Seit dem Bundeswahlgesetz von 1902 (Commonwealth Electoral Act 1902) und dem Bundes-Wahlrechtsgesetz von 1902 (Commonwealth Franchise Act 1902), heute durch das Bundeswahlgesetz von 1918 bis 2011 (Commonwealth Electoral Act 1918-2011)  gegenstandslos.

 

32. Writs for general election. The Governor-General in Council may cause writs to be issued for general elections of members of the House of Representatives.

After the first general election, the writs shall be issued within ten days from the expiry of a House of Representatives or from the proclamation of a dissolution thereof.

 

32. [Ausschreibung allgemeiner Wahlen] Der Generalgouverneur im Rat hat die Ausschreiben für die allgemeinen Wahlen zur Repräsentantenhause zu erlassen.

Nach der ersten allgemeinen Wahl sollen die Ausschreiben innerhalb zehn Tagen nach dem Zeitablauf eines Repräsentantenhauses, oder nach erfolgter Auflösung desselben ergehen.

 

33. Writs for vacancies. Whenever a vacancy happens in the House of Representatives, the Speaker shall issue his writ for the election of a new member, or if there is no Speaker or if he is absent from the Commonwealth the Governor-General in Council may issue the writ.

 

33. [Ausschreiben bei Vakanzen] So oft eine Vakanz im Repräsentantenhaus eintritt, hat der Sprecher, und für den Fall, daß kein Sprecher vorhanden oder daß er aus dem Bund abwesend ist, der Generalgouverneur im Rat das Ausschreiben für die Wahl eines neuen Mitgliedes ergehen zu lassen.

 

34. Qualifications of members. Until the Parliament otherwise provides, the qualifications of a member of the House of Representatives shall be as follows:
  (i) he must be of the full age of twenty-one years, and must be an elector entitled to vote at the election of members of the House of Representatives, or a person qualified to become such elector, and must have been for three years at the least a resident within the limits of the Commonwealth as existing at the time when he is chosen;
  (ii) he must be a subject of the Queen, either natural-born or for at least five years naturalized under a law of the United Kingdom, or of a Colony which has become or becomes a State, or of the Commonwealth, or of a State.

 

§ 34. [Wählbarkeit der Mitglieder] Bis das Parlament anders beschließt, sollen die Befähigungserfordernisse eines Mitgliedes des Repräsentantenhauses die folgenden sein:
  (i) Er muß das einundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben, ein zur Stimmabgabe bei den Wahlen zum Repräsentantenhause berechtigter Wähler sein, oder eine Person, befähigt, ein solcher Wähler zu werden, und muß mindestens drei Jahre innerhalb des Bundes ansässig gewesen sein zu der Zeit, wo er gewählt wird.
  (ii) Er muß Untertan der Königin sein, entweder durch Geburt oder infolge mindestens fünfjähriger Naturalisation nach einem Gesetze des Vereinigten Königreiches, einer Kolonie, die Staat ist oder wird, oder des Bundes oder eines Staates.

Seit dem Bundeswahlgesetz von 1902 (Commonwealth Electoral Act 1902) und dem Bundes-Wahlrechtsgesetz von 1902 (Commonwealth Franchise Act 1902), heute durch das Bundeswahlgesetz von 1918 bis 2011 (Commonwealth Electoral Act 1918-2011)  gegenstandslos.

 

35. Election of Speaker. The House of Representatives shall, before proceeding to the despatch of any other business, choose a member to be the Speaker of the House, and as often as the office of Speaker becomes vacant the House shall again choose a member to be the Speaker.

The Speaker shall cease to hold his office if he ceases to be a member. He may be removed from office by a vote of the House, or he may resign his office or his seat by writing addressed to the Governor-General.
 

 

35. [Wahl des Sprechers] Das Repräsentantenhaus hat, bevor es an irgend eine Geschäftserledigung herantritt, ein Mitglied zum Sprecher des Hauses zu wählen, und jedesmal, wenn das Amt des Sprechers vakant wird, hat das Haus wiederum ein Mitglied zum Sprecher zu wählen.

Der Sprecher gibt sein Amt auf, wenn er aufhört, Mitglied des Hauses zu sein. Er kann durch einen Beschluß des Hauses aus dem Amte entfernt werden, oder er kann auf sein Amt oder seinen Sitz verzichten mittels einer an den Generalgouverneur gerichteten schriftlichen Mitteilung.

 

36. Abwesenheit des Sprechers. Before or during any absence of the Speaker, the House of Representatives may choose a member to perform his duties in his absence.

 

36. [Abwesenheit des Sprechers] Vor oder während der Abwesenheit des Sprechers hat das Repräsentantenhaus ein Mitglied zu wählen, um dessen Obliegenheiten während seiner Abwesenheit zu versehen.

 

37. Resignation of member. A member may by writing addressed to the Speaker, or to the Governor-General if there is no Speaker or if the Speaker is absent from the Commonwealth, resign his place, which thereupon shall become vacant.

 

37. [Verzicht eines Mitglieds] Ein Mitglied kann mittels schriftlicher Mitteilung an den Sprecher oder an den generalgouverneur, für den Fall, daß kein Sprecher vorhanden oder daß er aus dem Bund abwesend ist, auf seinen Sitz Verzicht leisten, der daraufhin vakant wird.

 

38. Vacancy by absence. The place of a member shall become vacant if for two consecutive months of any session of the Parliament he, without the permission of the House, fails to attend the House.

 

38. [Freiwerden durch Abwesenheit] Der Sitz eines Mitgliedes gilt als erledigt, wenn dieser während zweier Monate in derselben Parlamentssession ohne die Erlaubnis des Hauses den Besuch desselben unterläßt.

 

39. Quorum. Until the Parliament otherwise provides, the presence of at least one-third of the whole number of the members of the House of Representatives shall be necessary to constitute a meeting of the House for the exercise of its powers.

 

39. [Beschlußfähigkeit] Bis das Parlament anders beschließt, ist die Anwesenheit von mindestens einem Drittel der Gesamtzahl der Mitglieder des Repräsentantenhauses erforderlich, um eine Sitzung und Ausübung der Befugnisse des Hauses zu ermöglichen.

Durch das Repräsentantenhaus-Beschlussfähigkeitsgesetz von 1989 (House of Representatives (Quorum) Act 1989) wurde bestimmt:
"3. Die Anwesenheit von mindestens einem Fünftel der Gesamtzahl der Mitglieder des Repräsentantenhauses ist erforderlich, um eine Sitzung und Ausübung der Befugnisse des Hauses ermöglichen".

 

40. Voting in House of Representatives. Questions arising in the House of Representatives shall be determined by a majority of votes other than that of the Speaker. The Speaker shall not vote unless the numbers are equal, and then he shall have a casting vote.
 

 

40. [Beschlüsse des Repräsentantenhauses] Im Repräsentantenhause behandelte Angelegenheiten werden durch Stimmenmehrheit entschieden, mit Ausnahme der Stimme des Sprechers. Der Sprecher hat nur bei Stimmengleichheit sein Votum abzugeben, welches dann die entscheidende Stimme ist.

 

Part IV. - Both House of the Parliament
 

Teil IV. - Beide Häuser des Parlaments
 

41. Right of electors of States. No adult person who has or acquires a right to vote at elections for the more numerous House of the Parliament of a State shall, while the right continues, be prevented by any law of the Commonwealth from voting at elections for either House of the Parliament of the Commonwealth.

 

41. [Rechte der Wähler der Staaten] Keine erwachsene Person, welche das Stimmrecht für die Wahlen zum größeren Hause Parlamentes eines Staates besitzt oder erwirbt, soll, solange dieses Recht andauert, durch ein Gesetz des Bundes an der Stimmabgabe bei den Wahlen zu einem der Häuser des Parlamentes des Bundes gehindert werden.

 

42. Oath or affirmation of allegiance. Every senator and every member of the House of Representatives shall before taking his seat make and subscribe before the Governor-General, or some person authorised by him, an oath or affirmation of allegiance in the form set forth in the schedule to this Constitution. 

42. [Treueid] Jeder Senator und jedes Mitglied des Repräsentantenhauses hat vor Einnahme seines Sitzes schriftlich und mündlich vor dem Generalgouverneur oder einer von diesem bevollmächtigten Person einen Eid oder eine eidesstattliche Versicherung zu leisten in der in dem Anhang zu dieser Verfassung festgesetzten Form.

 

43. Member of one House ineligible for other. A member of either House of the Parliament shall be incapable of being chosen or of sitting as a member of the other House.

 

§ 43. [Mitglied eines Hauses unwählbar für das andere] Ein Mitglied je eines der Häuser des Parlaments ist nicht befugt, als Mitglied des anderen Hauses gewählt zu werden oder einen Sitz einzunehmen.

 

44. Disqualification. Any person who:
(i) is under any acknowledgment of allegiance, obedience, or adherence to a foreign power, or is a subject or a citizen or entitled to the rights or privileges of a subject or a citizen of a foreign power; or
(ii) is attainted of treason, or has been convicted and is under sentence, or subject to be sentenced, for any offence punishable under the law of the Commonwealth or of a State by imprisonment for one year or longer; or
(iii) is an undischarged bankrupt or insolvent; or
(iv) holds any office of profit under the Crown, or any pension payable during the pleasure of the Crown out of any of the revenues of the Commonwealth; or
(v) has any direct or indirect pecuniary interest in any agreement with the Public Service of the Commonwealth otherwise than as a member and in common with the other members of an incorporated company consisting of more than twenty-five persons;
shall be incapable of being chosen or of sitting as a senator or a member of the House of Representatives.

But subsection (iv) does not apply to the office of any of the Queen’s Ministers of State for the Commonwealth, or of any of the Queen’s Ministers for a State, or to the receipt of pay, half pay, or a pension, by any person as an officer or member of the Queen’s navy or army, or to the receipt of pay as an officer or member of the naval or military forces of the Commonwealth by any person whose services are not wholly employed by the Commonwealth.

 

44. [Disqualifikation] Jede Person, welche:
(i) zu einer fremden Macht in einem anerkannten Untertänigkeits-, Dienst oder Zugehörigkeitsverhältnis steht, Untertan oder Bürger einer fremden Macht ist oder die Rechte und Privilegien von solchen genießt;
(ii) des Hochverrats angeklagt ist, oder überführt und bereits abgeurteilt ist oder wird wegen irgend eines Vergehens, das nach den Gesetzen des Bundes oder eines Staates mit Gefängnis von einem Jahr oder mehr bestraft wird;
(iii) sich in unerledigtem Konkurs oder in Zahlungsschwierigkeiten befindet;
(iv) ein bezahltes Amt von der Krone innehat, oder eine von der Krone gewährte Pension bezieht außer etwaigen Einkünften des Bundes, oder
(v) mittelbar oder unmittelbar finanziell an einem Abkommen mit dem öffentlichen Dienst für den Bund beteiligt ist, ausgenommen als ein Mitglied und in Gemeinschaft mit den anderen Mitgliedern eines eingetragenen Unternehmens mit mehr als fünfundzwanzig Teilhabern
ist nicht befugt, als Senator oder als Mitglied des Repräsentantenhauses gewählt zu werden oder einen Sitz einzunehmen.

Der Unterabschnitt iv findet aber keine Anwendung auf das Amt der königlichen Minister des Bundes oder eines Staates, sowie auf den Bezug der Offiziere oder Angehörigen der Königlichen Armee oder Marine, oder auf den Bezug von Gehalt als Offizier oder Angehöriger der Land- und Seemacht des Bundes seitens einer Person, deren Dienste nicht vollständig von dem Bund in Anspruch genommen wird.

siehe zu Abs. 1 (i) die Veränderung in der Begrifflichkeit "Untertan oder Bürger einer fremden Macht"; bis 1948 waren die Australier als "Untertanen Seiner bzw. Ihrer Majestät" faktisch in Australien wohnende britische Staatsbürger. Danach wurde zwar eine Australische (wie eine gesonderte Britische für das Vereinigte Königreich) Staatsbürgerschaft eingeführt, der Begriff "Untertan Seiner bzw. Ihrer Majestät" blieb aber vollgültig mit allen Rechten und Pflichten bestehen. Erst 1984 wurde durch ein australisches Gesetz dieser Begriff gestrichen; seither sind nur noch australische Staatsbürger wahlberechtigt. Das wurde durch ein Urteil des Obersten Gerichts Australiens von 1988 dadurch bestätigt, dass dieses Großbritannien als "fremde Macht" bezeichnete.

 

45. Vacancy on happening of disqualification. If a senator or member of the House of Representatives:
(i) becomes subject to any of the disabilities mentioned in the last preceding section; or
(ii) takes the benefit, whether by assignment, composition, or otherwise, of any law relating to bankrupt or insolvent debtors; or

(iii) directly or indirectly takes or agrees to take any fee or honorarium for services rendered to the Commonwealth, or for services rendered in the Parliament to any person or State;
his place shall thereupon become vacant.

 

§ 45. [Vakanz bei Eintritt von Disqualifikationen] Wenn ein Senator oder ein Mitglied des Repräsentantenhauses:
(i) durch eine der in dem vorhergehenden Abschnitte angeführten Möglichkeiten der Nichtbefähigung betroffen wird;
(ii) durch Überweisung, Vergleich oder auf andere Art und irgend einem Gesetz über Bankerotte oder zahlungsunfähige Schuldner Nutzen ziehen;
(iii) unmittelbar oder mittelbar eine Bezahlung oder Entschädigung annimmt oder die Annahme verabredet für dem Bund geleisteten Dienste, oder für im Parlamente einer Person oder einem Staate geleisteten Dienste
soll sein Sitz infolgedessen vakant werden.
46. Penalty for sitting when disqualified. Until the Parliament otherwise provides, any person declared by this Constitution to be incapable of sitting as a senator or as a member of the House of Representatives shall, for every day on which he so sits, be liable to pay the sum of one hundred pounds to any person who sues for it in any court of competent jurisdiction.

 

46. [Strafe für das Einnehmen eines Sitzes nach einer Disqualifikation] Bis das Parlament anders beschließt, soll die Person, welche auf Grund dieser Verfassung für unfähig erklärt ist, einen Sitz als Senator oder als Mitglied des Repräsentantenhauses einzunehmen, für jeden Tag längeren Verweilens für die Bezahlung einer Summe von hundert Pfund haftbar sein an die Person, welche sie bei dem zuständigen Gerichtshof deswegen belangt.

Seit dem (fraglich) Bundeswahlgesetz von 1902 (Commonwealth Electoral Act 1902) und dem Bundes-Wahlrechtsgesetz von 1902 (Commonwealth Franchise Act 1902), heute durch das Wahlunfähigkeitsgesetz von 1975 bis 2008 (Common Informers (Parlamentary Disqualification Act 1975-2008) gegenstandslos . Die Summe von 100 Pfund hätte heute noch einen Gegenwert von 200 Australischen Dollars (2012 ca. 160 EUR).

 

47. Disputet elections. Until the Parliament otherwise provides, any question respecting the qualification of a senator or of a member of the House of Representatives, or respecting a vacancy in either House of the Parliament, and any question of a disputed election to either House, shall be determined by the House in which the question arises.

 

47. [Wahlanfechtung] Bis das Parlament anders beschließt, ist jede Angelegenheit hinsichtlich der Befähigung als Senator oder Mitglied des Repräsentantenhauses, hinsichtlich einer Sitzerledigung in einem der Häuser des Parlamentes oder hinsichtlich einer angefochtenen Wahl zu einem der Häuser, von dem in Frage kommenden Hause zu regeln.

Seit dem Bundeswahlgesetz von 1902 (Commonwealth Electoral Act 1902) und dem Bundes-Wahlrechtsgesetz von 1902 (Commonwealth Franchise Act 1902), heute durch das Bundeswahlgesetz von 1918 bis 2011 (Commonwealth Electoral Act 1918-2011)  gegenstandslos; nur in besonderen Streitfällen, die im Gesetz nicht bezeichnet sind, kann diese Bestimmung noch Anwendung finden.

 

48. Allowance to members. Until the Parliament otherwise provides, each senator and each member of the House of Representatives shall receive an allowance of four hundred pounds a year, to be reckoned from the day on which he takes his seat.

 

48. [Diäten] Bis das Parlament anders beschließt, erhält jeder Senator und jedes Mitglied des Repräsentantenhauses eine Vergütung von vierhundert Pfund im Jahr, gerechnet von dem Tage, an welchem er seinen Sitz einnimmt.

Seit dem Diätengesetz von 1902 (Parliamentary Allowances Act 1902), dann dem Diätengesetz von 1907 (Parliamentary Allowances Act 1907), dann durch das Diätengesetz von 1920 (Parliamentary Allowances Act 1920), heute durch das Diätengesetz von 1952-1995 (Parliamentary Allowances Act 1952 to 1995) gegenstandslos.

Zur Entschädigung der Abgeordneten und Senatoren ergingen auch weitere Gesetz, wie das Gesetz über die beitragsfreie Pension für Parlamentsmitglieder von 1948 (Parliamentary Contributory Superannuation Act 1948).

 

49. Privileges etc. of Houses. The powers, privileges, and immunities of the Senate and of the House of Representatives, and of the members and the committees of each House, shall be such as are declared by the Parliament, and until declared shall be those of the Commons House of Parliament of the United Kingdom, and of its members and committees, at the establishment of the Commonwealth.

 

49. [Weitere Privilegien u. s. w. der Häuser] Die Befugnisse, Privilegien und Gerechtsame des Senates und des Repräsentantenhauses, und der Mitglieder und der Ausschüsse eines jeden Hauses sollen, wie sie vom Parlamente festgesetzt sind, gelten und ohne besondere Bestimmung die gleichen sein wie die des Hauses der Gemeinen im Parlament des Vereinigten Königreiches und seiner Mitglieder und Ausschüsse zur Zeit der Gründung des Bundes.

Als weitere Besonderheit (neben den Bestimmungen zur Königin) werden die Rechte, Privilegien und Befugnisse des Unterhauses des Parlaments von Großbritannien und Irland (nach dem Stand vom 1. Januar 1901, und zwar auch die sog. ungeschriebenen Verfassungskonventionen) formal auf das Parlament des Australischen Bundes für anwendbar erklärt bzw. übernommen. Zwar sind heute einige Bestimmungen durch Gesetz in Schriftform gebracht worden, aber auch heute noch beruft sich das australische Parlament auf solche Privilegien.

siehe hierzu aber das Parlamentsprivilegiengesetz von 1987 (Parliamentary Privileges Act 1987), das Teile der Privilegien des Parlaments und seiner Mitglieder in Schriftform brachte.

 

50. Rules and orders. Each House of the Parliament may make rules and orders with respect to:
  (i) the mode in which its powers, privileges, and immunities may be exercised and upheld;
  (ii) the order and conduct of its business and proceedings either separately or jointly with the other House.

 

§ 50. [Weitere Bestimmungen und Anordnungen] Jedes Haus des Parlamentes kann Bestimmungen und Anordnungen treffen über:
  (i) die Art und Weise, in welcher seine Befugnisse, Privilegien und Gerechtsame auszuüben und aufrechtzuerhalten sind;
  (ii) die Ordnung und Führung der Geschäfte und des Verfahrens allein oder gemeinsam mit dem anderen Hause.

 

Part V. - Powers of the Parliament
 

Teil V. - Befugnisse des Parlaments
 

51. Legislative powers of the Parliament. The Parliament shall, subject to this Constitution, have power to make laws for the peace, order, and good government of the Commonwealth with respect to:
(i) trade and commerce with other countries, and among the States;
(ii) taxation; but so as not to discriminate between States or parts of States;
(iii) bounties on the production or export of goods, but so that such bounties shall be uniform throughout the Commonwealth;
(iv) borrowing money on the public credit of the Commonwealth;
(v) postal, telegraphic, telephonic, and other like services;
(vi) the naval and military defence of the Commonwealth and of the several States, and the control of the forces to execute and maintain the laws of the Commonwealth;
(vii) lighthouses, lightships, beacons and buoys;
(viii) astronomical and meteorological observations;
(ix) quarantine;
(x) fisheries in Australian waters beyond territorial limits;
(xi) census and statistics;
(xii) currency, coinage, and legal tender;
(xiii) banking, other than State banking; also State banking extending beyond the limits of the State concerned, the incorporation of
banks, and the issue of paper money;
(xiv) insurance, other than State insurance; also State insurance extending beyond the limits of the State concerned;

(xv) weights and measures;
(xvi) bills of exchange and promissory notes;
(xvii) bankruptcy and insolvency;
(xviii) copyrights, patents of inventions and designs, and trade marks;
(xix) naturalization and aliens;
(xx) foreign corporations, and trading or financial corporations formed within the limits of the Commonwealth;
(xxi) marriage;
(xxii) divorce and matrimonial causes; and in relation thereto, parental rights, and the custody and guardianship of infants;

(xxiii) invalid and old-age pensions;
(xxiv) the service and execution throughout the Commonwealth of the civil and criminal process and the judgments of the courts of the States;
(xxv) the recognition throughout the Commonwealth of the laws, the public Acts and records, and the judicial proceedings of the States;
(xxvi) the people of any race, other thän the aboriginal race in any State, for whom it is deemed necessary to make special laws;

(xxvii) immigration and emigration;
(xxviii) the influx of criminals;
(xxix) external affairs;
(xxx) the relations of the Commonwealth with the islands of the Pacific;
(xxxi) the acquisition of property on just terms from any State or person for any purpose in respect of which the Parliament has power to make laws;
(xxxii) the control of railways with respect to transport for the naval and military purposes of the Commonwealth;
(xxxiii) the acquisition, with the consent of a State, of any railways of the State on terms arranged between the Commonwealth and the State;
(xxxiv) railway construction and extension in any State with the consent of that State;
(xxxv) conciliation and arbitration for the prevention and settlement of industrial disputes extending beyond the limits of any one State;

(xxxvi) matters in respect of which this Constitution makes provision until the Parliament otherwise provides;
(xxxvii) matters referred to the Parliament of the Commonwealth by the Parliament or Parliaments of any State or States,but so that the law shall extend only to States by whose Parliaments the matter is referred, or which afterwards adopt the law;

(xxxviii) the exercise within the Commonwealth, at the request or with the concurrence of the Parliaments of all the States directly concerned, of any power which can at the establishment of this Constitution be exercised only by the Parliament of the United Kingdom or by the Federal Council of Australasia;
(xxxix) matters incidental to the execution of any power vested by this Constitution in the Parliament or in either House thereof, or in the
Government of the Commonwealth, or in the Federal Judicature, or in any department or officer of the Commonwealth.
 

Durch Gesetz 1946 No.81 vom 19. Dezember 1946 wurde dem Art. 51 nach Punkt (xxiii) folgender Punkt neu eingefügt:
"(xxiiiA) the provision of maternity allowances, widows’ pensions, child endowment, unemployment, pharmaceutical, sickness and hospital benefits, medical and dental services (but not so as to authorize any form of civil conscription), benefits to students and family allowances; "

Durch Gesetz 1967 No.55 vom 10. August 1967 wurden im Art. 51 Punkt (xxvi) die Worte ", other than the aboriginal race in any State," gestrichen.

 

§ 51. [Gesetzgebungsbefugnisse des Parlaments] Das Parlament ist befugt, im Einklang mit dieser Verfassung Gesetze zu erlassen für den Frieden, die Ordnung und die gute Regierung des Bundes in Bezug auf: -
(i) Handel und Verkehr mit anderen Ländern und zwischen den Staaten;
(ii) Besteuerung; aber ohne Unterscheidung der Staaten oder Teile von Staaten;
(iii) Prämien für die Erzeugung oder Ausfuhr von Gütern, aber so, daß sie für den Bund einheitlich sind;
(iv) Anleihen auf den öffentlichen Kredit des Bundes;
(v) Post-, Telegraphen-, Telephon- und ähnliches Verkehrswesen;
(vi) die Landes- und Seeverteidigung des Bundes und der Einzelstaaten, sowie die Beaufsichtigung der Organe zur Ausführung und Aufrechterhaltung der Gesetzes des Bundes;
(vii) Leuchttürme, Leutschiffe, Leuchtfeuer und Bojen;
(viii) Astronomische und meteorologische Beobachtungsstationen;
(ix) Quarantäne;
(x) Fischerei in den australischen Gewässern außerhalb der Territorialgrenzen;
(xi) Zensus und Statistik;
(xii) Währung, Münzprägung und gesetzliche Zahlungsmittel;
(xiii) nichtstaatliches Bankwesen; und auch staatliches Bankwesen, das sich über die Grenzen des betreffenden Staates erstreckt, die Vereinigung von Banken und die Ausgabe von Papiergeld;
(xiv) nichtstaatliches Versicherungswesen; und auch staatliches Versicherungswesen, das sich über die Grenzen des betreffenden Staates erstreckt;
(xv) Maße und Gewichte;
(xvi) Wechsel und Handwechsel;
(xvii) Bankerott und Zahlungsunfähigkeit;
(xviii) Verlagsrechte, Erfindungs- und Musterschutzpatente und Handelsmarken;
(xix) Naturalisation und fremde Staatsangehörige;
(xx) ausländische Gesellschaften, sowie innerhalb des Bundes gegründete Handels- oder Finanzkorporationen;
(xxi) Eheschließungen;
(xxii) Ehescheidungen und Eherechtssachen; und in Beziehung damit Elternrechte und die Aufsicht und Vormundschaft über Minderjährige;
(xxiii) Invaliden- und Altersrenten;
(xxiv) die Handhabung und Durchführung des Zivil- und Kriminalverfahrens und der Urteile der Gerichtshöfe der Staaten innerhalb des Bundes;
(xxv) die Anerkennung der Gesetze, der öffentlichen Akte und Urkunden und des Gerichtsverfahrens der Staaten innerhalb des Bundes;
(xxvi) die Angehörigen irgend einer Rasse, abgesehen von den Ureinwohnern in einem Staate, für welche Sondergesetze als notwendig erachtet werden;
(xxvii) Ein- und Auswanderung;
(xxviii) Einwanderung von Verbrechern;
(xxix) auswärtige Angelegenheiten;
(xxx) die Beziehungen des Bundes zu den Inseln des Stillen Ozeans;
(xxxi) der Erwerb von Eigentum zu bestimmtem Preis von einem Staate oder von einer Person für einen Zweck, hinsichtlich dessen dem Parlamente ein Recht der Gesetzgebung zusteht;
(xxxii) die Aufsicht über die Eisenbahnen mit Rücksicht auf die Militär- und Marinetransporte des Bundes;
(xxxiii) der mit Zustimmung eines Staates stattfindende Erwerb einer Eisenbahn des Staates unter den zwischen dem Bund und dem Staate vereinbarten Bedingungen;
(xxxiv) der Bau und die Erweiterung von Eisenbahnen in einem Staate mit Zustimmung des Staates;
(xxxv) Austrag und Schiedsgerichte zur Verhinderung und Beilegung von Arbeiterstreitigkeiten, welche über die Grenze eines Staates hinausgehen;
(xxxvi) Gegenstände hinsichtlich derer die Verfassung die Bestimmung trifft "bis das Parlament anders beschließt";
(xxxvii) Gegenstände, welche dem Parlamente des Bundes von dem Parlamentes eines Staates oder von den Parlamenten mehrerer Staaten überwiesen wurden, aber dermaßen, daß das Gesetz nur diejenigen Staaten bindet, von deren Parlamenten der Gegenstand überwiesen wurde, oder von welchen das Gesetz nachträglich adoptirt wurde;
(xxxviii) die Ausübung irgend einer Befugnis in dem Bund, auf Ansuchen oder unter Mitwirkung der Parlamente aller unmittelbar beteiligten Staaten, welche zur Zeit des Erlasses dieser Verfassung allein durch das Parlament des Vereinigten Königreichs oder durch den Bundesrat von Australasien ausgeübt werden kann;
(xxxix) Gegenstände, welche in den Ausübungsbereich aller Befugnisse gehören, welche diese Verfassung dem Parlamente oder einem der Häuser desselben, der Regierung des Bundes, oder der Bundesgerichtsgewalt, oder einer Behörde oder einem Beamten des Bundes überträgt.

Durch Gesetz 1946 No.81 vom 19. Dezember 1946 wurde dem Art. 51 nach Punkt (xxiii) folgender Punkt neu eingefügt:
"(xxiiiA) Bestimmungen über Mütterbeihilfen, Witwenpensionen, Waisengeld, Arbeitslosen-, Heilmitte-, Krankheits- und Krankenhausbeihilfen, ärztliche und zahnärztliche Leistungen (was jedoch keine Ermächtigung für irgendeine Form ziviler Dienstverpflichtung einschließt), Studienbeihilfen und Familienunterstützung; "

Durch Gesetz 1967 No.55 vom 10. August 1967 wurden im Art. 51 Punkt (xxvi) die Worte "abgesehen von den Ureinwohnern in einem Staate, " gestrichen.

Durch folgende (Reichs-)Gesetze (des Vereinigten Königreichs) wurden die Gesetzgebungsrechte des Australischen Bundes erweitert:
- Art. 15 des Walfangindustrie-(Regulierungs-)Gesetz von 1934 (Whaling Industry (Regulations) Act 1934, c. 49),
- Art. 2 des Gesetzes über die Genfer Konvention von 1937 (Geneva Conventions Act 1937);
- Art. 5 des Notstandsrechts-(Verteidigungs-)Gesetz von 1939 (Emergency Powers (Defence) Act 1939);
- Art. 3 des Armee- und Flugstreitkräfte-(Jahres-)Gesetz von 1940 (Army and Air Force (Annual) Act.

 

52. Exclusive powers of the Parliament. The Parliament shall, subject to this Constitution, have exclusive power to make laws for the peace, order, and good government of the Commonwealth with respect to:
(i) the seat of government of the Commonwealth, and all places acquired by the Commonwealth for public purposes;
(ii) matters relating to any department of the public service the control of which is by this Constitution transferred to the Executive Government of the Commonwealth;
(iii) other matters declared by this Constitution to be within the exclusive power of the Parliament.

 

52. [Ausschließliche Befugnisse des Parlaments] Das Parlament ist ausschließlich befugt, im Einklang mit dieser Verfassung Gesetze zu erlassen für den Frieden, die Ordnung und die gute Regierung des Bundes in Bezug auf:
(i) den Sitz der Regierung des Bundes und aller Plätze, welche von dem Bund für öffentliche Zwecke erworben werden;
(ii) Gegenstände, welche einem Zwecke der öffentlichen Verwaltung angehören, dessen Beaufsichtigung durch diese Verfassung der Regierung des Bundes übertragen ist;
(iii) andere Gegenstände, welche durch diese Verfassung als zur ausschließlichen Kompetenz des Parlamentes gehörig bezeichnet sind.

 

53. Powers of the Houses in respect of legislation. Proposed laws appropriating revenue or moneys, or imposing taxation, shall not originate in the Senate. But a proposed law shall not be taken to appropriate revenue or moneys, or to impose taxation, by reason only of its containing provisions for the imposition or appropriation of fines or other pecuniary penalties, or for the demand or payment or appropriation of fees for licences, or fees for services under the proposed law.
 

The Senate may not amend proposed laws imposing taxation, or proposed laws appropriating revenue or moneys for the ordinary annual services of the Government.

The Senate may not amend any proposed law so as to increase any proposed charge or burden on the people.
 

The Senate may at any stage return to the House of Representatives any proposed law which the Senate may not amend, requesting, by message, the omission or amendment of any items or provisions therein. And the House of Representatives may, if it thinks fit, make any of such omissions or amendments, with or without modifications.

Except as provided in this section, the Senate shall have equal power with the House of Representatives in respect of all proposed laws.
 

 

53. [Befugnisse der Häuser in Bezug auf die Gesetzgebung] Gesetzesvorlagen mit Bestimmungen über Staatseinnahmen und -Gelder oder Steuerauflagen dürfen nicht in dem Senate ihren Ursprung nehmen. Ein Gesetzentwurf soll jedoch nicht als ein Staatseinnahmen und -Gelder oder Steuerauflagen behandelnder gelten aus dem einzigen Grunde, daß er Anordnungen aufweist über die Auflage oder Festsetzung von Kosten oder anderer Geldstrafen, über den Anspruch oder die Bezahlung oder Bestimmung von Sporteln für Vergünstigungen oder für Dienste gemäß der Gesetzesvorlage.

Der Senat darf keine Amendements einführen bei Gesetzesvorlagen über Besteuerung oder mit Bestimmungen über die Staatseinnahmen und -Gelder des ordentlichen Jahreshaushaltes der Regierung.

Der Senat darf eine Gesetzesvorlage nicht in der Weise amendieren, daß eine vorgesehene Besteuerung oder Belastung des Volkes dadurch erhöht wird.

Der Senat kann eine Gesetzesvorlage in jedem Stadium an das Repräsentantenhaus zurückverweisen, die er nicht amendieren darf, indem er in einer Botschaft die Streichung oder Amendierung von Artikeln oder Bestimmungen darin verlangt. Und das Repräsentantenhaus kann nach eigenem Ermessen derartige Streichungen oder Amendierungen mit oder ohne Änderungen vornehmen.

Ausgenommen die in diesem Abschnitte angeführten Bestimmungen hat der Senat die gleichen Befugnisse hinsichtlich aller Gesetzesvorlagen wie das Repräsentantenhaus.

Der Art. 53 schreibt für die Finanzgesetze das vor, was zwischen Oberhaus und Unterhaus in Großbritannien im Jahr 1900 Geltung als ungeschriebene Verfassungskonvention hatte und 1909-11 zum Verfassungskonflikt und durch das Parlamentsgesetz von 1911 zur Entmachtung des Oberhauses führte.

 

54. Appropriation Bills. The proposed law which appropriates revenue or moneys for the ordinary annual services of the Government shall deal only with such appropriation.

 

54. [Haushalt und Finanzgesetze] Die Gesetzesvorlage mit Bestimmungen über die Staatseinnahmen- und Gelder des ordentlichen Jahreshaushaltes der Regierung hat sich ausschließlich mit diesen zu befassen.

 

55. Tax Bill. Laws imposing taxation shall deal only with the imposition of taxation, and any provision therein dealing with any other matter shall be of no effect.

Laws imposing taxation, except laws imposing duties of customs or of excise, shall deal with one subject of taxation only; but laws imposing duties of customs shall deal with duties of customs only, and laws imposing duties of excise shall deal with duties of excise only.

 

55. [Steuergesetze] Steuergesetze haben ausschließlich über die Besteuerung zu handeln, und jede darin enthaltene Bestimmung über einen andern Gegenstand soll keine Verbindlichkeit haben.

Steuergesetze, mit Ausnahme von Gesetzen über Zölle oder Akzise, sollen sich nur mit einer bestimmten Steuer befassen; Zollgesetze sollen allein von Zöllen, und Gesetze über Akziseabgaben allein von Akzise handeln.
 

 

56. Recommendation of money votes. A vote, resolution, or proposed law for the appropriation of revenue or moneys shall not be passed unless the purpose of the appropriation has in the same session been recommended by message of the Governor-General to the House in which the proposal originated.

56. [Beschluß über Finanzgesetze] Eine Abstimmung, ein Beschluß oder eine Gesetzesvorlage, enthaltend Bestimmungen über Staatseinnahmen und -Gelder, sollen nicht angenommen werden, ohne daß der Gegenstand der Bestimmung in derselben Session durch eine Botschaft des Generalgouverneurs demjenigen Hause empfohlen worden ist, in welchem die Vorlage eingebracht wurde.

 

57. Disagreement between the Houses. If the House of Representatives passes any proposed law, and the Senate rejects or fails to pass it, or passes it with amendments to which the House of Representatives will not agree, and if after an interval of three months the House of Representatives, in the same or the next session, again passes the proposed law with or without any amendments which have been made, suggested, or agreed to by the Senate, and the Senate rejects or fails to pass it, or passes it with amendments to which the House of Representatives will not agree, the Governor-General may dissolve the Senate and the House of Representatives simultaneously. But such dissolution shall not take place within six months before the date of the expiry of the House of Representatives by effluxion of time.

If after such dissolution the House of Representatives again passes the proposed law, with or without any amendments which have been made, suggested, or agreed to by the Senate, and the Senate rejects or fails to pass it, or passes it with amendments to which the House of Representatives will not agree, the Governor-General may convene a joint sitting of the members of the Senate and of the House of Representatives.

The members present at the joint sitting may deliberate and shall vote together upon the proposed law as last proposed by the House of Representatives, and upon amendments, if any, which have been made therein by one House and not agreed to by the other, and any such amendments which are affirmed by an absolute majority of the total number of the members of the Senate and House of Representatives shall be taken to have been carried, and if the proposed law, with the amendments, if any, so carried is affirmed by an absolute majority of the total number of the members of the Senate and House of Representatives, it shall be taken to have been duly passed by both Houses of the Parliament, and shall be presented to the Governor-General for the Queen’s assent.
 

 

57. [Streitigkeiten zwischen den Häusern] Wenn das Repräsentantenhaus eine Gesetzesvorlage annimmt und der Senat sie zurückweist oder nicht annimmt, oder mit Amendments annimmt, denen das Repräsentantenhaus nicht zustimmen will, und wenn nach einem Zeitraum von drei Monaten das Repräsentantenhaus in derselben oder in der nächsten Session wiederholt die eingebrachte Gesetzesvorlage mit oder ohne Amendements gemacht, vorgeschlagen oder bestätigt hat, und an den Senat weitergeleitet wurde und der Senat sie zurückweist oder nicht annimmt, oder mit Amendments annimmt, denen das Repräsentantenhaus nicht zustimmen will, kann der Generalgouverneur gleichzeitig den Senat und das Repräsentantenhaus auflösen. Eine solche Auflösung soll aber nicht innerhalb sechs Monate vor dem Zeitpunkte des Erlöschens des Repräsentantenhauses durch Ablauf seiner Dauer stattfinden.

Wenn nach einer solchen Auflösung das Repräsentantenhaus die Gesetzesvorlage wieder annimmt, mit oder ohne Amendements, die von dem Senate gemacht, vorgeschlagen oder gebilligt worden waren, und der Senat weist die Vorlage zurück oder nimmt sie nicht an, oder nimmt sie mit Amendements an, denen das Repräsentantenhaus nicht zustimmen will, so kann der Generalgouverneur eine gemeinsame Sitzung der Mitglieder des Senates und des Repräsentantenhauses einberufen.

Die in der gemeinsamen Sitzung anwesenden Mitglieder können über die Gesetzesvorlage zusammen beraten und abstimmen, wie sie zuletzt von dem Repräsentantenhause vorgelegt wurde, sowie über etwaige Amendements, welche von dem einen Hause darin gemacht, aber von dem andern nicht gebilligt worden sind, und alle solche Amendements, welche von einer absoluten Majorität der Gesamtzahl der Mitglieder des Senates und des Repräsentantenhauses gebilligt werden, sollen als angenommen gelten, und wenn die Gesetzesvorlage mit etwaigen so gebilligten Amendements von einer absoluten Majorität der Gesamtzahl der Mitglieder des Senates und des Repräsentantenhauses gebilligt wird, so soll sie als von beiden Häusern des Parlamentes in gehöriger Form angenommen gelten und dem Generalgouverneur für die königliche Sanktionserteilung vorgelegt werden.

Der Fall einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser des Parlaments ist bisher noch nie vorgekommen, obwohl der Senat mit wenigen Ausnahmen meist eine zur Regierung und dem Repräsentantenhaus oppositionelle Mehrheit hat.

 

58. Royal assent to Bills. When a proposed law passed by both Houses of the Parliament is presented to the Governor-General for the Queen’s assent, he shall declare, according to his discretion, but subject to this Constitution, that he assents in the Queen’s name, or that he withholds assent, or that he reserves the law for the Queen’s pleasure.
 

Recommendations by Governor-General. The Governor-General may return to the House in which it originated any proposed law so presented to him, and may transmit therewith any amendments which he may recommend, and the Houses may deal with the recommendation.

 

58. [Königliche Zustimmung zu Gesetzen] Wenn ein von beiden Häusern des Parlaments angenommenes Gesetz dem Generalgouverneur für die königliche Sanktionserteilung vorgelegt wird, so hat er nach eigenem Ermessen, aber im Einklang mit dieser Verfassung, zu erklären, daß er im Namen der Königin die Sanktion erteile, oder daß er sie vorenthalte, oder daß er das Gesetz für die Entscheidung der Königin reserviere.

[Vorschläge des Generalgouverneurs] Der Generalgouverneur kann ein ihm so vorgelegtes Gesetz an das Haus, aus dem es hervorging, zurückgehen lassen und dabei einige Amendements übermitteln, welche er vorschlägt, und die beiden Häuser können über seinen Vorschlag verhandeln.

 

59. Disallowance by the Queen. The Queen may disallow any law within one year from the Governor-General’s assent, and such disallowance on being made known by the Governor-General by speech or message to each of the Houses of the Parliament, or by Proclamation, shall annul the law from the day when the disallowance is so made known.

 

59. [Verbot der Königin] Die Königin kann innerhalb eines Jahres nach der vom Generalgouverneur erteilten Sanktion ein Gesetz verbieten, und wenn dieses Verbot durch mündliche oder schriftliche Botschaft an jedes der Häuser des Parlamentes oder durch Verordnung seitens des Generalgouverneurs bekannt gemacht wurde, soll es das Gesetz außer Kraft setzen, von dem Tage der Bekanntmachung des königlichen Verbotes an gerechnet.

 

60. Signification of Queen's pleasure on Bills reserved. A proposed law reserved for the Queen’s pleasure shall not have any force unless and until within two years from the day on which it was presented to the Governor-General for the Queen’s assent the Governor-General makes known, by speech or message to each of the Houses of the Parliament, or by Proclamation, that it has received the Queen’s assent.

 

60. [Entscheidung der Königin über reservierte Gesetze] Ein für die Entscheidung der Königin reservirtes Gesetz soll nicht in Kraft treten bis innerhalb zwei Jahren von dem Tage, an welchem es dem Generalsgouverneur für die königliche Sanktionserteilung vorgelegt wurde, der Generalgouverneur durch mündliche oder schriftliche Botschaft an jedes der Häuser des Parlamentes oder durch Verordnung bekannt macht, daß es die königliche Sanktion erhalten hat.

 

Chapter II.
The Executive Government
 

Kapitel II.
Die vollziehende Gewalt

 

61. Executive power. The executive power of the Commonwealth is vested in the Queen and is exercisable by the Governor-General as the Queen’s representative, and extends to the execution and maintenance of this Constitution, and of the laws of the Commonwealth.

 

61. [Vollziehende Gewalt] Die vollziehende Gehalt des Bundes liegt in den Händen der Königin und wird von dem Generalgouverneur ausgeübt als dem Vertreter der Königin und erstreckt sich auf die Ausführung und Aufrechterhaltung dieser Verfassung und der Gesetze des Bundes.

 

62. Federal Executive Council. There shall be a Federal Executive Council to advise the Governor-General in the government of the Commonwealth, and the members of the Council shall be chosen and summoned by the Governor-General and sworn as Executive Councillors, and shall hold office during his pleasure.

 

62. [Bundesvollzugsrat] Ein Bundesvollzugsrat soll dem Generalgouverneur in der Regierung des Bundes zur Seite stehen und die Mitglieder des Rates werden von dem Generalgouverneur erwählt, berufen und als Vollzugsräte vereidigt, und sollen ihr Amt nach seinem Ermessen innehaben.

 

63. Provisions referring to Gouvernor-General. The provisions of this Constitution referring to the Governor-General in Council shall be construed as referring to the Governor-General acting with the advice of the Federal Executive Council.

 

63. [Bestimmungen zum Generalgouverneur] Die Bestimmungen dieser Verfassung, welche sich auf den Generalgouverneur im Rat beziehen, sind auszulegen als sich beziehend auf die unter dem Beirat des Bundesvollzugsrates geschehenden Handlungen des Generalgouverneurs.

 

64. Ministers of State. The Governor-General may appoint officers to administer such departments of State of the Commonwealth as the Governor-General in Council may establish.

Such officers shall hold office during the pleasure of the Governor-General. They shall be members of the Federal Executive Council, and shall be the Queen’s Ministers of State for the Commonwealth.

Ministers to sit in Parliament. After the first general election no Minister of State shall hold office for a longer period than three months unless he is or becomes a senator or a member of the House of Representatives.

 

64. [Staatsminister] Der Generalgouverneur ernennt die Beamten zur Verwaltung derjenigen Staatsdepartements des Bundes, welcher er als Generalgouverneur im Rat errichtet.

Diese Beamten sollen ihr Amt nach dem Ermessen des Generalgouverneurs innehaben. Sie sollen Mitglieder des Bundesvollzugsrates sein und gelten als königliche Staatsminister für den Bund.

[Minister müssen Parlamentsmitglieder sein] Nach der ersten allgemeinen Wahl soll kein Staatsminister länger als drei Monate [soll] sein Amt innehaben, falls er nicht Senator oder Mitglied des Repräsentantenhauses ist oder wird.

siehe hierzu auch das Staatsministergesetz von 1915 (Ministers of State Act 1915), das Staatsministergesetz von 1917 (Ministers of State Act 1917), und das Staatsministergesetz von 1952 bis 2010 (Ministers of State Act 1952-2010).

 

65. Number of Ministers. Until the Parliament otherwise provides, the Ministers of State shall not exceed seven in number, and shall hold such offices as the Parliament prescribes, or, in the absence of provision, as the Governor-General directs.

 

65. [Zahl der Minister] Bis das Parlament anders beschließt, soll die Anzahl der Staatsminister die Zahl sieben nicht überschreiten, und sie sollen die Ämter innehaben, wie das Parlament bestimmt, oder in Ermangelung einer Bestimmung wie der Generalgouverneur anordnet.

Seit dem Staatsministergesetz von 1915 (Ministers of State Act 1915), dem Staatsministergesetz von 1917 (Ministers of State Act 1917), heute dem Staatsministergesetz von 1952 bis 2010 (Ministers of State Act 1952-2010) gegenstandslos.

 

66. Salaries of Ministers. There shall be payable to the Queen, out of the Consolidated Revenue Fund of the Commonwealth, for the salaries of the Ministers of State, an annual sum which, until the Parliament otherwise provides, shall not exceed twelve thousand pounds a year.

 

66. [Ministerbesoldung] Der Königin wird aus den konsolidirten Staatseinkünften des Bundes für die Besoldung der Staatsminister eine jährliche Summe angewiesen, die, bis das Parlament anders beschließt, zwölftausend Pfund im Jahr nicht überschreiten soll.

Seit dem Staatsministergesetz von 1915 (Ministers of State Act 1915), dem Staatsministergesetz von 1917 (Ministers of State Act 1917), heute dem Staatsministergesetz von 1952 bis 2010 (Ministers of State Act 1952-2010) teilweise gegenstandslos.

 

67. Appointment of civil servants. Until the Parliament otherwise provides, the appointment and removal of all other officers of the Executive Government of the Commonwealth shall be vested in the Governor-General in Council, unless the appointment is delegated by the Governor-General in Council or by a law of the Commonwealth to some other authority.

 

67. [Ernennung der Zivilbeamten] Bis das Parlament anders beschließt, soll die Ernennung und Entlassung aller anderen Beamten der vollziehenden Gewalt des Bundes dem Generalgouverneur im Rat zustehen, falls nicht die Ernennung seitens des Generalgouverneurs im Rat oder durch ein Gesetz des Bundes irgend einer anderen Behörde übertragen wird.

siehe hierzu u. a.
- das Bundesgesetz über den öffentlichen Dienst von 1902-1918 (Commonwealth Public Service Act 1902-1918) und das Bundesgesetz über den öffentlichen Dienst von 1922 (Commonwealth Publik Service Act 1922), heute gültig das "Gesetz über den öffentlichen Dienst von 1999-2011 (Public Service Act 1999-2011).
- die verschiedenen Gesetze über die Regierung der Außengebiete (Norfork Island Act 1913 und 1967, Papua Act 1905-1920, Territory of New Guinea Act 1921 u. s. w. )
- das Gesetz über die Selbstregierung des Nordterritoriums von 1978 (Northern Territory (Self-Government) Act 1978).

 

68. Command of naval and military forces. The command in chief of the naval and military forces of the Commonwealth is vested in the Governor-General as the Queen’s representative.

 

68. [Kommando über die See- und Landstreitkräfte] Der Oberbefehl über die Land- und Seestreitkräfte des Bundes steht dem Generalgouverneur als dem Vertreter der Königin zu.

 

69. Transfer of certain departements. On a date or dates to be proclaimed by the Governor-General after the establishment of the Commonwealth the following departments of the public service in each State shall become transferred to the Commonwealth:

  posts, telegraphs, and telephones;
  naval and military defence;
  lighthouses, lightships, beacons, and buoys;
  quarantine.

But the departments of customs and of excise in each State shall become transferred to the Commonwealth on its establishment.

 

69. [Übergabe von bestimmten Verwaltungen] Zu einer bestimmten Zeit oder zu verschiedenen Zeitpunkten, die von dem Generalgouverneur bekannt zu geben sind, nach der Gründung des Bundes, sollen die folgenden Departements der Verwaltung eines jeden Staates auf den Bund übergehen:
  Post, Telegraph und Telephon;
  Landes- und Seeverteidigung;
  Leuchttürme, Leuchtschiffe, Leuchtfeuer und Bojen;
  Quarantäne.

Die Departements für Zoll- und Akzisewesen in jedem Staat sollen jedoch bei der Gründung des Bundes auf dasselbe übergehen.

Seit dem Erlaß folgender Gesetze als Übergangsbestimmung gegenstandslos:
- das Post- und Telegrapengesetz von 1901 (Post and Telegraph Act 1901)
- das Verteidigungsgesetz von 1903 (Defence Act 1903)
- das Leuchttürme-Gesetz von 1911 (Lighthouses Act 1911)
- das Quarantänegesetz  von 1908 (Quarantine Act 1908)

 

70. Certain powers of Governors to vest in Governor-General. In respect of matters which, under this Constitution, pass to the Executive Government of the Commonwealth, all powers and functions which at the establishment of the Commonwealth are vested in the Governor of a Colony, or in the Governor of a Colony with the advice of his Executive Council, or in any authority of a Colony, shall vest in the Governor-General, or in the Governor-General in Council, or in the authority exercising similar powers under the Commonwealth, as the case requires.

 

70. [Übergang verschiedener Befugnisse der Gouverneure auf den Generalgouverneur] In Bezug auf Gegenstände, welche gemäß dieser Verfassung auf die vollziehende Gewalt des Bundes übergehen, sollen alle Befugnisse und Funktionen, für welche bei der Gründung des Bundes der Gouverneur einer Kolonie oder der Gouverneur einer Kolonie unter Beirat seines Regierungsrates oder irgend eine Behörde der Kolonie zuständig war, dem Generalgouverneur oder dem Generalgouverneur im Rat oder der Behörde, welche gleichartige Befugnisse im Bund ausübt, je nach Erfordernis zustehen.

gegenstandslos.

 

Chapter III.
The Judicature
 

Kapitel III.
Die richterliche Gewalt

 

71. Judical power and Courts. The judicial power of the Commonwealth shall be vested in a Federal Supreme Court, to be called the High Court of Australia, and in such other federal courts as the Parliament creates, and in such other courts as it invests with federal jurisdiction. The High Court shall consist of a Chief Justice, and so many other Justices, not less than two, as the Parliament prescribes.

 

71. [Richterliche Gewalt und die Gerichte] Die richterliche Gewalt des Bundes soll in einem Obersten Bundesgerichtshof, genannt "Oberstes Gericht von Australien" ruhen, und in denjenigen anderen Bundesgerichtshöfen, welche das Parlament errichtet, sowie in anderen Gerichtshöfen, welche es mit Bundesgerichtsbarkeit ausstattet. Der Oberste Gerichtshof soll aus einem Oberrichter und so viel anderen Richtern gebildet sein, jedoch nicht weniger als zwei, als das Parlament bestimmt.

 

72. Judges' appointment, tenure and remuneration. The Justices of the High Court and of the other courts created by the
Parliament:
(i) shall be appointed by the Governor-General in Council;
(ii) shall not be removed except by the Governor-General in Council, on an address from both Houses of the Parliament in the same session, praying for such removal on the ground of proved misbehaviour or incapacity;
(iii) shall receive such remuneration as the Parliament may fix; but the remuneration shall not be diminished during their continuance in office.

Durch Gesetz 1977 c.83 vom 29. Juli 1977 wurden der Sektion 72 folgende Absätze angefügt:
"The appointment of a Justice of the High Court shall be for a term expiring upon his attaining the age of seventy years, and a person shall not be appointed as a Justice of the High Court if he has attained that age.
The appointment of a Justice of a court created by the Parliament shall be for a term expiring upon his attaining the age that is, at the time of his appointment, the maximum age for Justices of that court and a person shall not be appointed as a Justice of such a court if he has attained the age that is for the time being the maximum age for Justices of that court.
Subject to this section, the maximum age for Justices of any court created by the Parliament is seventy years.
The Parliament may make a law fixing an age that is less than seventy years as the maximum age for Justices of a court created by the Parliament and may at any time repeal or amend such a law, but any such repeal or amendment does not affect the term of office of a Justice under an appointment made before the repeal or amendment.
A Justice of the High Court or of a court created by the Parliament may resign his office by writing under his hand delivered to the Governor-General.
Nothing in the provisions added to this section by the Constitution Alteration (Retirement of Judges) 1977 affects the continuance of a person in office as a Justice of a court under an appointment made before the commencement of those provisions.
A reference in this section to the appointment of a Justice of the High Court or of a court created by the Parliament shall be read as including a reference to the appointment of a person who holds office as a Justice of the High Court or of a court created by the Parliament to another office of Justice of the same court having a different status or designation."

 

72. [Ernennung, Amtszeit und Vergütung der Richter] Die Richter des Obersten Gerichtshofes und der anderen vom Parlamente errichteten Gerichtshöfe:
(i) werden von dem Generalgouverneur im Rat ernannt;
(ii) können nicht abgesetzt werden, ausgenommen von dem Generalgouverneur im Rat auf einen während derselben Session von beiden Häusern des Parlamentes gestellten Antrag hin, welcher die Absetzung verlangt auf Grund bewiesener Unwürdigkeit oder Unfähigkeit;
(iii) erhalten ein vom Parlamente festgestellter Einkommen; dasselbe soll aber während ihrer Amtszeit nicht verringert werden.
 

 

73. Appellate jurisdiction of High Court. The High Court shall have jurisdiction, with such exceptions and subject to such regulations as the Parliament prescribes, to hear and determine appeals from all judgments, decrees, orders, and sentences:

(i) of any Justice or Justices exercising the original jurisdiction of the High Court;
(ii) of any other federal court, or court exercising federal jurisdiction; or of the Supreme Court of any State, or of any other court of any State from which at the establishment of the Commonwealth an appeal lies to the Queen in Council;

(iii) of the Inter-State Commission, but as to questions of law only;
and the judgment of the High Court in all such cases shall be final and conclusive.

But no exception or regulation prescribed by the Parliament shall prevent the High Court from hearing and determining any appeal from the Supreme Court of a State in any matter in which at the establishment of the Commonwealth an appeal lies from such Supreme Court to the Queen in Council.

Until the Parliament otherwise provides, the conditions of and restrictions on appeals to the Queen in Council from the Supreme Courts of the several States shall be applicable to appeals from them to the High Court.
 

 

73. [Appellationsgerichtsbarkeit beim Obersten Gericht] Der Oberste Gerichtshof soll Jurisdiktion haben, mit den Ausnahmen und im Einklang mit den Vorschriften, welche das Parlament festsetzt, zu hören und zu entscheiden Berufungen gegen alle Urteile, Beschlüsse, Verordnungen und Sprüche: -
(i) eines oder mehrerer Richter, in Ausübung der eigenen Gerichtsbarkeit des Obersten Gerichtshofes;
(ii) eines anderen Bundesgerichtshofes oder mit Bundesgerichtsbarkeit ausgestatteten Gerichtshofes; sowie des Obersten Gerichtshofes eines Staates oder eines anderen Gerichtshofes eines Staates, von welchem bei der Gründung des Bundes eine Berufung an die Königin im Geheimen Rat bestand;
(iii) der Zwischenstaatlichen Kommission, aber nur in Fragen der Gesetzgebung;
und das Urteil des Obersten Gerichtshofes soll in allen solchen Fällen endgültig und entscheidend sein.

Aber keine vom Parlamente festgesetzte Ausnahme oder Vorschrift soll den Obersten Gerichtshof an der Annahme und Entscheidung einer Berufung gegen den Obersten Gerichtshof eines Staates in irgend einer Sache hindern, für welche bei der Gründung des Bundes  eine Berufung von diesem Obersten Gerichtshof an die Königin im Geheimen Rat bestand.

Bis das Parlament anders beschließt, sollen die Bedingungen und Einschränkungen für Berufungen an die Königin im Geheimen Rat gegen die Obersten Gerichtshofe der Einzelstaaten auf die Berufungen von letzteren an den Obersten Bundesgerichtshof anwendbar sein.

Als "Berufung an die Königin im Geheimen Rat" ist gemeint die Appellation an das Justizkomitee des Geheimen Rates (Judical Committee of the Privy Council), das als oberste Instanz im gesamten Britischen Reich einschließlich der Kolonien galt. Die Regelung dieses Punktes (zusammen mit Art. 74 und 75) waren bei der Ausarbeitung der Verfassung sowohl zwischen den Kolonien wie auch zwischen Reichsregierung und Kolonien sehr umstritten.

 

74. Appeal to Queen in Council. No appeal shall be permitted to the Queen in Council from a decision of the High Court upon any question, howsoever arising, as to the limits inter se of the Constitutional powers of the Commonwealth and those of any State or States, or as to the limits inter se of the Constitutional powers of any two or more States, unless the High Court shall certify that the question is one which ought to be determined by Her Majesty in Council.
 

The High Court may so certify if satisfied that for any special reason the certificate should be granted, and thereupon an appeal shall lie to Her Majesty in Council on the question without further leave.

Except as provided in this section, this Constitution shall not impair any right which the Queen may be pleased to exercise by virtue of Her Royal prerogative to grant special leave of appeal from the High Court to Her Majesty in Council. The Parliament may make laws limiting the matters in which such leave may be asked, but proposed laws containing any such limitation shall be reserved by the Governor-General for Her Majesty’s pleasure.
 

 

74. [Appellation an die Königin im Geheimen Rat] Keine Berufung soll zulässig sein an die Königin im Geheimen Rat gegen eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes bei irgend einer Frage, wie sie sich ergeben mag, bezüglich der Grenzen zwischen den konstitutionellen Gewalten des Bundes und denjenigen irgend eines Staates oder mehrerer Staaten, oder bezüglich der Grenzen zwischen den konstitutionellen Gewalten zweiter oder mehrerer Staaten, wofern nicht der Oberste Gerichtshof beglaubigt, daß die Frage eine von denen ist, welche von Ihrer Majestät im Geheimen Rat entschieden werden solle.

Der Oberste Gerichtshof kann so beglaubigen, wenn er einverstanden ist, daß aus irgend einem besonderen Grunde die Erlaubnis bewilligt werden solle, und daraufhin kann die Berufung über die Frage an Ihre Majestät im Geheimen Rat ohne weitere Erlaubnis stattfinden.

Ausgenommen die in diesem Abschnitte enthaltenen Bestimmungen soll diese Verfassung kein Recht beeinträchtigen, welches die Königin kraft ihrer Prärogative auszuüben sich bewogen finden kann, eine besondere Erlaubnis zur Berufung von dem Obersten Gerichtshofe an Ihre Majestät im Geheimen Rate zu gewähren. Das Parlament kann Gesetze erlassen, welche die Angelegenheiten, für welche diese Erlaubnis verlangt werden kann, einschränken, aber die eine solche Einschränkung enthaltenden Gesetzesvorlagen sollen vom Generalgouverneur für die Entscheidung Ihrer Majestät reservirt werden.

Durch das Gesetz betr. den Geheimen Staatsrat (Beschränkung der Berufungen) von 1968 (Privy Council (Limitation of Appeals) Act 1968) wurde der Abs. 3 teilweise, und durch das Gesetz betr. den Geheimen Staatsrat (Berufungen vom Obersten Gerichtshof) von 1975 (Privy Council (Appeals from the High Court) Act 1975) vollständig gegenstandslos.

Der Oberste Gerichtshof hat seit 1913 keine Berufung an die Königin im Geheimen Rat mehr zugelassen, hat diese Befugnis formalrechtlich aber weiterhin.

Durch das Gesetz über Australien von 1986, Art. 11, wurden für Australien die gesetzlichen Grundlagen für die Berufung an den Geheimen Rat aufgehoben. Dadurch wurde die Appellation an die Königin im Geheimen Rat faktisch vollständig aufgehoben, sind wegen der fehlenden Form für Verfassungsänderungen aber formal weiterhin verfassungsrechtlich möglich aber aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlagen undurchführbar.

 

75. Original jurisdiction of High Court. In all matters:
(i) arising under any treaty;
(ii) affecting consuls or other representatives of other countries;
(iii) in which the Commonwealth, or a person suing or being sued on behalf of the Commonwealth, is a party;
(iv) between States, or between residents of different States, or between a State and a resident of another State;

(v) in which a writ of Mandamus or prohibition or an injunction is sought against an officer of the Commonwealth;

the High Court shall have original jurisdiction.

 

75. [Ursprüngliche Gerichtsbarkeit des Obersten Gerichts] In allen Angelegenheiten:
(i) die sich aus Handelsverträgen ergeben;
(ii) welche Konsuln oder sonstige Vertreter anderer Länder angehen;
(iii) bei welchen der Bund oder eine Person, klagend oder verklagt seitens des Bundes, Partei ist;
(iv) zwischen Staaten und zwischen den Einwohnern verschiedener Staaten, oder zwischen einem Staate und dem Einwohner eines anderen Staates;
(v) bei welchen eine gerichtliche Anordnung in der Nebensache oder ein Verbot oder ein Einspruch gegen einen Beamten des Bundes verlangt wird
soll der Oberste Gerichtshof ursprüngliche Gerichtsbarkeit haben.

 

76. Additional original jurisdiction. The Parliament may make laws conferring original jurisdiction on the High Court in any matter:

(i) arising under this Constitution, or involving its interpretation;
(ii) arising under any laws made by the Parliament;
(iii) of Admiralty and maritime jurisdiction;
(iv) relating to the same subject-matter claimed under the laws of different States.

 

76. [Ergänzende ursprüngliche Gerichtsbarkeit] Das Parlament kann durch Gesetz dem Obersten Gerichtshofe ursprüngliche Gerichtsbarkeit übertragen in Angelegenheiten:
(i) die sich aus dieser Verfassung ergeben oder ihre Interpretation bedingen;
(ii) die sich aus irgend welchen vom Parlamente erlassenen Gesetzen ergeben;
(iii) der Admiralität und Seegerichtsbarkeit;
(iv) bezüglich der nämlichen angeführten Gegenstände, welche unter die Gesetze verschiedener Staaten fallen.

 

77. Power to define jurisdiction. With respect to any of the matters mentioned in the last two sections the Parliament may make laws:

(i) defining the jurisdiction of any federal court other than the High Court;
(ii) defining the extent to which the jurisdiction of any federal court shall be exclusive of that which belongs to or is invested in the courts of the States;
(iii) investing any court of a State with federal jurisdiction.

 

§ 77. [Befugnis zur Definition der Gerichtsbarkeit] In Rücksicht auf verschiedene in den letzten zwei Abschnitten erwähnten Gegenstände kann das Parlament durch Gesetz: -
(i) festsetzen die Gerichtsbarkeit eines anderen Bundesgerichtshofes als des Obersten Gerichtshofes;
(ii) die Ausdehnung bestimmen, inwieweit die Gerichtsbarkeit eines Bundesgerichtshofes eine ausschließliche sein soll hinsichtlich dessen, was den Gerichtshöfen der Staaten angehört oder ihnen übertragen ist;
(iii) irgend einen Gerichtshof eines Staates mit Bundesgerichtsbarkeit ausstatten.

 

78. Proceedings against Commonwealth or State. The Parliament may make laws conferring rights to proceed against the Commonwealth or a State in respect of matters within the limits of the judicial power.

 

§ 78. [Verfahren gegen den Bund oder einen Staat] Das Parlament kann durch Gesetz Rechte übertragen zum Vorgehen gegen den Bund oder einen Staat in Bezug auf Gegenstände innerhalb der Grenzen der richterlichen Gewalt.

 

79. Number of judges. The federal jurisdiction of any court may be exercised by such number of judges as the Parliament prescribes.

 

79. [Zahl der Richter] Die Bundesgerichtsbarkeit eines Gerichtshofes kann durch eine solche Zahl von Richtern ausgeübt werden als sie das Parlament festsetzt.

 

80. Trial by jury. The trial on indictment of any offence against any law of the Commonwealth shall be by jury, and every such trial shall be held in the State where the offence was committed, and if the offence was not committed within any State the trial shall be held at such place or places as the Parliament prescribes.
 

 

80. [Anklage vor Geschworenen] Die Versetzung in Anklagezustand wegen eines Vergehens gegen ein Gesetz des Bundes hat vor den geschworenen zu geschehen, und jede derartige Verhandlung soll in dem Staate stattfinden, in welchem das Vergehen begangen wurde, und wenn es nicht innerhalb eines Staates begangen wurde, soll die Verhandlung an dem oder den vom Parlamente bestimmten Orten stattfinden.

 

Chapter IV.
Finance and Trade
 

Kapitel IV.
Finanzen und Handel

 

81. Consolidated Revenue Fund. All revenues or moneys raised or received by the Executive Government of the Commonwealth shall form one Consolidated Revenue Fund, to be appropriated for the purposes of the Commonwealth in the manner and subject to the charges and liabilities imposed by this Constitution.

 

81. [Konsolidierte Staatskasse] Alle Einkünfte und Gelder, welche von der vollziehenden Gewalt des Bundes erhoben oder eingenommen werden, sollen die Konsolidierte Staatskasse bilden, bestimmt für die Angelegenheiten des Bundes nach Maßgabe dieser Verfassung und in Hinsicht auf die durch sie auferlegten Lasten und Verbindlichkeiten.

 

82. Expenditure charge thereon. The costs, charges, and expenses incident to the collection, management, and receipt of the Consolidated Revenue Fund shall form the first charge thereon; and the revenue of the Commonwealth shall in the first instance be applied to the payment of the expenditure of the Commonwealth.

 

82. [Ausgabenentnahme aus diesem] Die Kosten, Lasten und Ausgaben, hinsichtlich der Erhebung, Verwaltung und Einnahmen der Konsolidierten Staatskasse sollen die erste Belastung desselben bilden; und die Einkünfte des Bundes sollen in erster Linie für die Bezahlung der Ausgaben des Bundes verwendet werden.

 

83. Money to be appropriate by law. No money shall be drawn from the Treasury of the Commonwealth except under appropriation made by law.

But until the expiration of one month after the first meeting of the Parliament the Governor-General in Council may draw from the Treasury and expend such moneys as may be necessary for the maintenance of any department transferred to the Commonwealth and for the holding of the first elections for the Parliament.

 

§ 83. [Geldausgabe nur aufgrund eines Gesetzes] Von dem Schatzamt des Bundes darf kein Geld abgehoben werden außer nach einer durch Gesetz erfolgten Bestimmung.

Bis zum Ablauf eines Monates jedoch nach der ersten Sitzung des Parlamentes kann der Generalgouverneur von dem Schatzamt die Gelder erheben und ausgeben, welche für die Verwaltung eines auf den Bund übergegangenen Departements und für die Vornahme der ersten Wahlen zum Parlamente nötig sind.

Durch Zeitablauf  ist der Art. 83 Abs. 2 seit 9. Juni 1901 gegenstandslos.

 

84. Transfer of officers. When any department of the public service of a State becomes transferred to the Commonwealth, all officers of the department shall become subject to the control of the Executive Government of the Commonwealth.

Any such officer who is not retained in the service of the Commonwealth shall, unless he is appointed to some other office of equal emolument in the public service of the State, be entitled to receive from the State any pension, gratuity, or other compensation, payable under the law of the State on the abolition of his office.

Any such officer who is retained in the service of the Commonwealth shall preserve all his existing and accruing rights, and shall be entitled to retire from office at the time, and on the pension or retiring allowance, which would be permitted by the law of the State if his service with the Commonwealth were a continuation of his service with the State. Such pension or retiring allowance shall be paid to him by the Commonwealth; but the State shall pay to the Commonwealth a part thereof, to be calculated on the proportion which his term of service with the State bears to his whole term of service, and for the purpose of the calculation his salary shall be taken to be that paid to him by the State at the time of the transfer.

Any officer who is, at the establishment of the Commonwealth, in the public service of a State, and who is, by consent of the Governor of the State with the advice of the Executive Council thereof, transferred to the public service of the Commonwealth, shall have the same rights as if he had been an officer of a department transferred to the Commonwealth and were retained in the service of the Commonwealth.

 

84. [Übernahme von Beamten] Wenn ein Departement der Verwaltung eines Staates auf den Bund übergeht, sollen alle Beamte dieses Departements der Beaufsichtigung seitens der vollziehenden Gewalt des Bundes unterstehen.

Jeder Beamte, der nicht in den Dienst des Bundes übertritt, soll, wenn er nicht in ein anderes gleich dotirtes Amt im Staatsdienste eingesetzt wird, zum Bezug einer Pension, Vergütung oder anderen Entschädigung seitens des Staates berechtigt sein, die gemäß den zur Zeit der Aufhebung des Amtes bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zu bezahlen ist.

Jeder Beamte, der in den Dienst des Bundes übertritt, soll alle bisher innegehabten und ihm zukommenden Rechte behalten und berechtigt sein, sich zu dem Zeitpunkte und mit Pension oder Ruhegehalt vom Dienste zurückzuziehen, wie es durch das Gesetz des Staates zugestanden ist, wie wenn sein Dienst unter dem Bund die Fortsetzung des Dienstes in dem Staate wäre. Eine derartige Pension oder Ruhegehalt soll ihm von dem Bund ausbezahlt werden; der Staat soll jedoch einen Teil davon an den Bund zahlen, der nach dem Verhältnis der Dienstzeit in dem Staate zu der Gesamtdienstzeit zu berechnen ist, und als Grundlage für diese Berechnung soll der Gehalt genommen werden, welchen er von dem Staate zur Zeit des Übertrittes erhielt.

Jeder Beamte, der bei der Gründung des Bundes sich im Dienste eines Staates befindet und mit Genehmigung des Gouverneurs dieses Staates unter Beirat seines Vollzugsrates der Verwaltung des Bundes zugeteilt wird, soll dieselben Rechte genießen gleich als ein Beamter, der einem auf den Bund übergegangenen Departement angehörte und in den Dienst des Bundes übernommen wurde.

Durch Zeitablauf  ist der Art. 84 Abs. 4 definitiv gegenstandslos; die Abs. 1 bis 3 können dann noch Anwendung finden, wenn der Bund die Verwaltung eines Staates aufgrund seiner Gesetzgebungsbefugnis übernehmen kann.

 

85. Transfer of property of State. When any department of the public service of a State is transferred to the Commonwealth:
(i) all property of the State of any kind, used exclusively in connexion with the department, shall become vested in the Commonwealth; but, in the case of the departments controlling customs and excise and bounties, for such time only as the Governor-General in Council may declare to be necessary;
(ii) the Commonwealth may acquire any property of the State, of any kind used, but not exclusively used in connexion with the department; the value thereof shall, if no agreement can be made, be ascertained in, as nearly as may be, the manner in which the value of land, or of an interest in land, taken by the State for public purposes is ascertained under the law of the State in force at the establishment of the Commonwealth;
(iii) the Commonwealth shall compensate the State for the value of any property passing to the Commonwealth under this section; if no agreement can be made as to the mode of compensation, it shall be determined under laws to be made by the Parliament;

(iv) the Commonwealth shall, at the date of the transfer, assume the current obligations of the State in respect of the department transferred.

 

85. [Übergang des Eigentums eines Staates] Wen ein Departement der Verwaltung eines Staates auf den Bund übergeht:
(i) soll das Eigentum an Staatsgut, welches ausschließlich diesem Departement angehörte, dem Bund zustehen; aber bei den Departements, welche die Aufsicht über die Zoll-, Akzise- und Prämienzahlungen haben, nur für die Zeit, welche der Generalgouverneur im Rat als notwendig erklärt;
(ii) kann der Bund Eigentum eines Staates erwerben, das zu irgend einem Zwecke benutzt wird, aber nicht ausschließlich zur Benutzung des Departements steht; der Wert desselben soll, wenn keine Übereinstimmung erzielt werden kann, mit tunlichster Genauigkeit in der Weise festgestellt werden, in welcher der Wert des Bodens oder ein Anteil am Boden, der für öffentliche Zwecke vom Staate an sich genommen wurde, nach den bei der Gründung des Bundes bestehenden gesetzlichen Bestimmungen dieses Staates festgestellt wird;
(iii) soll der Bund den Staat für den Wert eines Eigentums, das nach Maßgabe dieses Abschnittes auf den Bund übergeht, entschädigen; wenn keine Übereinstimmung über die Art der Entschädigung erzielt werden kann, soll sie durch ein vom Parlament zu erlassendes Gesetz bestimmt werden;
(iv) soll der Bund mit dem Tage der Übergabe die laufenden Verpflichtungen des Staates hinsichtlich des übertragenen Departements übernehmen.

Durch Zeitablauf  ist der Art. 85 Abs. 1 2. Halbsatz gegenstandslos

 

86.  On the establishment of the Commonwealth, the collection and control of duties of customs and of excise, and the control of the payment of bounties, shall pass to the Executive Government of the Commonwealth.

Bei einem Reprint der Verfassung wurde für den Art. 86 die Überschrift "Customs, excise, and bounties." eingefügt, jedoch ohne rechtliche Wirkung oder Verbindlichkeit.

 

86. Bei der Gründung des Bundes soll die Erhebung und Beaufsichtigung von Zoll und Akzise und die Beaufsichtigung der Prämienzahlungen auf die vollziehende Gewalt des Bundes übergehen.

Bei einem Reprint der Verfassung wurde für den Art. 86 die Überschrift "Zölle, Akzisen und Prämien." eingefügt, jedoch ohne rechtliche Wirkung oder Verbindlichkeit.

87. During a period of ten years after the establishment of the Commonwealth and thereafter until the Parliament otherwise provides, of the net revenue of the Commonwealth from duties of customs and of excise not more than one-fourth shall be applied annually by the Commonwealth towards its expenditure.

The balance shall, in accordance with this Constitution, be paid to the several States, or applied towards the payment of interest on debts of the several States taken over by the Commonwealth.

Bei einem Reprint der Verfassung wurde für den Art. 86 die Überschrift "Revenue from customs and excise duties." eingefügt, jedoch ohne rechtliche Wirkung oder Verbindlichkeit.

 

87. Während einer Periode von zehn Jahren nach der Gründung des Bundes und weiterhin, bis das Parlament anders beschließt, soll von den Reineinnahmen des Bundes aus Zoll und Akzise nicht mehr als ein Viertel im Jahr von dem Bund für die Ausgaben verwendet werden.
.

Der Überschuß soll nach Maßgabe dieser Verfassung den Einzelstaaten ausbezahlt oder für die Zinszahlung der Schulden der Einzelstaaten, welche der Bund übernommen, verwendet werden.

Bei einem Reprint der Verfassung wurde für den Art. 86 die Überschrift "Einnahmen aus Zöllen und Verbrauchsabgaben." eingefügt, jedoch ohne rechtliche Wirkung oder Verbindlichkeit.

Durch das Einnahmeüberschussgesetz von 1910 (Surplus Revenue Act of 1910) wurde der Art. 87 Abs. 1 gegenstandslos.

 

88. Uniform duties of customs. Uniform duties of customs shall be imposed within two years after the establishment of the Commonwealth.

 

88. [Einheitliche Zölle] Einheitliche Zölle sollen innerhalb zwei Jahren nach der Gründung des Bundes zur Einführung gelangen.
 

Die Einführung einheitlicher Zölle erfolgte durch das Zollgesetz von 1901 (Customs Act 1901) mit Wirkung vom 1. Januar 1903; der Art. 88 kann deshalb zwar als gegenstandslos bezeichnet werden, aber der Art. 88 ist die einzige Verfassungsbestimmung, die die Fortgeltung der einmal eingeführten einheitlichen Zölle faktisch vorschreibt.

 

89. Payment to States before uniform duties. Until the imposition of uniform duties of customs:
(i) the Commonwealth shall credit to each State the revenues collected therein by the Commonwealth;
(ii) the Commonwealth shall debit to each State:
  (a) the expenditure therein of the Commonwealth incurred solely for the maintenance or continuance, as at the time of transfer, of any department transferred from the State to the Commonwealth;
  (b) the proportion of the State, according to the number of its people, in the other expenditure of the Commonwealth;
(iii) the Commonwealth shall pay to each State month by month the balance (if any) in favour of the State.

 

89. [Staatliche Zahlungen vor Einführung der einheitlichen Zölle] Bis zur Einführung einheitlicher Zölle:
(i) soll der Bund jedem Staate die in demselben von dem Bund erhobenen Einkünfte kreditieren;
(ii) soll der Bund jedem Staate schulden:
  (a) die für den Bund in demselben gemachten Ausgaben hinsichtlich der Aufrechterhaltung und Fortdauer, wie zur Übergangszeit, eines von dem Staate auf den Bund übergegangenen Departements;
  (b) den Beitrag des Staates nach Maßgabe seiner Bevölkerungsziffer bei den anderen Ausgaben des Bundes;
(iii) hat der Bund Monat für Monat jedem Staate den (etwa vorhandenen) Überschuß zu Gunsten des Staates auszuzahlen.

Durch das Zollgesetz von 1901 (Customs Act 1901-2012) und den Zolltarif von 1902 (Customs Tariff 1902) wurde der Artikel 89 gegenstandslos.

 

90. Exclusive power over customs, excise, and bounties. On the imposition of uniform duties of customs the power of the Parliament to impose duties of customs and of excise, and to grant bounties on the production or export of goods, shall become exclusive.

On the imposition of uniform duties of customs all laws of the several States imposing duties of customs or of excise, or offering bounties on the production or export of goods, shall cease to have effect, but any grant of or agreement for any such bounty lawfully made by or under the authority of the Government of any State shall be taken to be good if made before the thirtieth day of June, one thousand eight hundred and ninety-eight, and not otherwise.

 

90. [Ausschließliche Befugnis über Zölle, Akzise und Prämien] Bei der Einführung einheitlicher Zölle soll die Befugnis des Parlamentes zur Erhebung von Zoll und Akzise und zur Bewilligung von Prämien für Warenerzeugung und -Ausfuhr die ausschließliche sein.

Bei der Einführung einheitlicher Zölle sollen alle Gesetze der Einzelstaaten über die Erhebung von Zoll und Akzise oder die Bewilligung von Prämien für Warenerzeugung oder -Ausfuhr ihre Wirkung verlieren; jedoch soll jede Bewilligung oder Vereinbarung hinsichtlich derartiger Prämien, die gesetzmäßig von oder mit Erlaubnis der Regierung des Staates vorgenommen wurde, Geltung behalten, wenn sie vor dem dreißigsten Juni achtzehnhundertachtundneunzig getroffen wurde, und nicht anders.

Nur noch für bestimmte Fälle geltende Übergangsbestimmung.

 

91. Exceptions as to bounties. Nothing in this Constitution prohibits a State from granting any aid to or bounty on mining for gold, silver, or other metals, nor from granting, with the consent of both Houses of the Parliament of the Commonwealth expressed by resolution, any aid to or bounty on the production or export of goods.
 

 

91. [Ausnahme bei Prämien] Nichts in dieser Verfassung hindert einen Staat, irgend eine Unterstützung oder Prämie für die Ausbeutung von Gold, Silber oder anderen Metallen zu bewilligen, oder mit der von beiden Häusern des Parlamentes des Bundes durch einen Beschluß erteilten Zustimmung Unterstützung oder Prämien für die Warenerzeugung oder -Ausfuhr zu bewilligen.

 

92. Trade within the Commonwealth to be free. On the imposition of uniform duties of customs, trade, commerce, and intercourse among the States, whether by means of internal carriage or ocean navigation, shall be absolutely free.

But notwithstanding anything in this Constitution, goods imported before the imposition of uniform duties of customs into any State, or into any Colony which, whilst the goods remain therein, becomes a State, shall, on thence passing into another State within two years after the imposition of such duties, be liable to any duty chargeable on the importation of such goods into the Commonwealth, less any duty paid in respect of the goods on their importation.

 

92. [Freier Handel innerhalb des Bundes] Bei der Einführung einheitlicher Zölle sollen Handel, Gewerbe und Verkehr innerhalb der Staaten, sei es auf dem Lande- oder Wasserwege, vollständig frei sein.

Ohne Rücksicht auf Vorschriften dieser Verfassung unterliegen Güter, die vor der Festsetzung einheitlicher Zollsätze in einen Staat oder in eine Kolonie eingeführt wurden, die während die Güter dort verblieben, Staat wurde, wenn die Güter dann innerhalb von zwei Jahren nach der Festsetzung der neuen Sätze in einen anderen Staat überführt werden, den für die Einfuhr solcher Güter in das Bundesgebiet geltenden Zollsätzen abzüglich der für die Einfuhr der Güter bereits bezahlten Zollgebühren.

Durch Zeitablauf  ist der Art. 92 Abs. 2 seit dem 1. Januar 1905 gegenstandslos.

 

93. Payment to States for five years after uniform tariffs. During the first five years after the imposition of uniform duties of customs, and thereafter until the Parliament otherwise provides:
(i) the duties of customs chargeable on goods imported into a State and afterwards passing into another State for consumption, and the duties of excise paid on goods produced or manufactured in a State and afterwards passing into another State for consumption, shall be taken to have been collected not in the former but in the latter State;
(ii) subject to the last subsection, the Commonwealth shall credit revenue, debit expenditure, and pay balances to the several States as prescribed for the period preceding the imposition of uniform duties of customs.

 

93. [Zahlungen an die Staaten in den ersten fünf Jahren nach dem einheitlichen Tarif] Während der fünf ersten Jahre nach Einführung einheitlicher Zölle und weiterhin, bis das Parlament anders beschließt:
(i) sollen die Zölle auf die in einem Staat eingeführten Waren, die späterhin zu Verbrauchszwecken in einen anderen Staat übergeführt werden, sowie die Akziseabgaben von den in einem Staate erzeugten oder verfertigten Waren, die späterhin zu Verbrauchszwecken in einen anderen Staat übergeführt wurden, als nicht in dem ersteren, sondern als in dem letzteren Staate erhoben gelten;
(ii) soll der Bund nach Maßgabe des letzten Unterabschnittes den Einzelstaaten die Einkünfte kreditieren, die Ausgaben schulden und die Überschüsse ausbezahlen, wie es für die der Einführung einheitlicher Zölle vorhergehenden Periode vorgeschrieben ist.

Durch Zeitablauf  ist der Art. 93 seit dem 1. Januar 1908 gegenstandslos.

 

94. Distribution of surplus. After five years from the imposition of uniform duties of customs, the Parliament may provide, on such basis as it deems fair, for the monthly payment to the several States of all surplus revenue of the Commonwealth.

 

94. [Bestimmungen über einen Überschuss] Fünf Jahre nach Einführung einheitlicher Zölle kann das Parlament nach einer ihm angemessen scheinenden Grundlage für die monatliche Überweisung aller Einnahmeüberschüsse des Bundes an die Einzelstaaten Anordnungen treffen.

Siehe u. a.  das Einnahmeüberschussgesetz von 1910 (Surplus Revenue Act of 1910)

 

95. Customs duties of Western Australia. Notwithstanding anything in this Constitution, the Parliament of the State of Western Australia, if that State be an Original State, may, during the first five years after the imposition of uniform duties of customs, impose duties of customs on goods passing into that State and not originally imported from beyond the limits of the Commonwealth; and such duties shall be collected by the Commonwealth.

But any duty so imposed on any goods shall not exceed during the first of such years the duty chargeable on the goods under the law of Western Australia in force at the imposition of uniform duties, and shall not exceed during the second, third, fourth, and fifth of such years respectively, four-fifths, three-fifths, two-fifths, and one-fifth of such latter duty, and all duties imposed under this section shall cease at the expiration of the fifth year after the imposition of uniform duties.

If at any time during the five years the duty on any goods under this section is higher than the duty imposed by the Commonwealth on the importation of the like goods, then such higher duty shall be collected on the goods when imported into Western Australia from beyond the limits of the Commonwealth.

 

95. [Zollrecht von West-Australien] Ungeachtet irgend welcher Bestimmung dieser Verfassung kann das Parlament des Staates Westaustralien, wenn er ein Originalstaat ist, während der ersten fünf Jahre nach Einführung einheitlicher Zölle auf in den Staat eingeführte Waren, die nicht ursprünglich von außerhalb des Bundes eingeführt wurden, Zölle legen, und diese sollen durch den Bund erhoben werden.

Aber derartige von Waren erhobene Zölle sollen während des ersten dieser Jahre die nach den Gesetzen on Westaustralien bei Einführung einheitlicher Zölle auf solchen Waren liegende Abgabe nicht überschreiten, und während des zweiten, dritten, vierten und fünften dieser Jahre nicht vier Fünftel, drei Fünftel, zwei Fünftel und ein Fünftel letzterer Abgabe, und alle nach Ma0gabe dieses Abschnittes erhobenen Zölle sollen nach dem Erlöschen des fünften Jahres nach Einführung einheitlicher Zölle in Wegfall kommen.

Wen zu einer Zeit während dieser fünf Jahre der Zoll auf Waren nach Maßgabe dieses Abschnittes höher ist als der von dem Bund auf die Einfuhr gleicher Waren gelegte Zoll, soll dieser höhere Zoll von den Waren erhoben werden, wenn sie nach Westaustralien von außerhalb der Grenzen des Bundes eingeführt werden.

Durch Zeitablauf  ist der Art. 95 seit dem 1. Januar 1908 gegenstandslos.

 

96. Financial assistance to States. During a period of ten years after the establishment of the Commonwealth and thereafter until the Parliament otherwise provides, the Parliament may grant financial assistance to any State on such terms and conditions as the Parliament thinks fit.

 

96. [Finanzunterstützung für die Staaten] Während einer Periode von zehn Jahren nach der Gründung des Bundes und weiterhin, bis das Parlament anders beschließt, kann das Parlament jedem Staate finanzielle Unterstützung bewilligen im Umfange und unter Bedingungen, welche es für angemessen hält.

 

97. Audit. Until the Parliament otherwise provides, the laws in force in any Colony which has become or becomes a State with respect to the receipt of revenue and the expenditure of money on account of the Government of the Colony, and the review and audit of such receipt and expenditure, shall apply to the receipt of revenue and the expenditure of money on account of the Commonwealth in the State in the same manner as if the Commonwealth, or the Government or an officer of the Commonwealth, were mentioned whenever the Colony, or the Government or an officer of the Colony, is mentioned.

 

97. [Prüfung] Bis das Parlament anders beschließt sollen die in Kraft befindlichen Gesetze in einer Kolonie, die Staat wurde oder wird, in Bezug auf den Empfang der Einnahmen und die Geldausgaben für Rechnung der Regierung der Kolonie, und die Durchsicht und Prüfung der Einnahmen und Ausgaben auf den Empfang der Einnahmen und Geldausgaben für Rechnung des Bundes in diesem Staate in der gleichen Weise Anwendung finden, als wenn der Bund oder die Regierung oder ein Beamter des Bundes an der Stelle bezeichnet wäre, an welcher die Kolonie oder die Regierung oder ein Beamter der Kolonie angeführt wird

 

98. Trade and commerce includes navigation and State railways. The power of the Parliament to make laws with respect to trade and commerce extends to navigation and shipping, and to railways the property of any State.

 

98. [Handel und Gewerbe einschließlich Seefahrt und Staatsbahnen] Die Befugnisse des Parlamentes zur Gesetzgebung über Handel und Gewerbe erstrecken sich auf Schiffahrt und Schiffswesen und auf die Eisenbahnen des Staates.

 

99. Commonwealth not to give preference. The Commonwealth shall not, by any law or regulation of trade, commerce, or revenue, give preference to one State or any part thereof over another State or any part thereof.

 

99. [Keine Bevorzugung durch den Bund] Der Bund soll nicht in Gesetzen oder Verordnungen über Handel, Gewerbe oder Einnahmen einen Staat oder einen Teil eines Staates gegenüber einem anderen Staate oder Teile desselben bevorzugen.

 

100. Nor abridge right to use water. The Commonwealth shall not, by any law or regulation of trade or commerce, abridge the right of a State or of the residents therein to the reasonable use of the waters of rivers for conservation or irrigation.

 

100. [Keine Beschränkung des Rechts der Wassernutzung] Der Bund soll nicht in Gesetzen und Verordnungen über Handel und Gewerbe die Rechte eines Staates oder seiner Einwohner auf sachgemäße Benutzung des Wassers der Flüsse zur Erhaltung oder Bewässerung einschränken.

 

101. Inter-State Commission. There shall be an Inter-State Commission, with such powers of adjudication and administration as the Parliament deems necessary for the execution and maintenance, within the Commonwealth, of the provisions of this Constitution relating to trade and commerce, and of all laws made thereunder.

 

101. [Zwischenstaatliche Kommission] Es soll eine Zwischenstaatliche Kommission bestehen mit denjenigen Rechts- und Verwaltungsbefugnissen, welche dem Parlamente notwendig erscheinen für die Ausführung und Aufrechterhaltung, innerhalb des Bundes der Bestimmungen dieser Verfassung über Handel und Gewerbe und aller in dieser Hinsicht erlassenen Gesetze.

 

102. Parliament may forbid preferences by State. The Parliament may by any law with respect to trade or commerce forbid, as to railways, any preference or discrimination by any State, or by any authority constituted under a State, if such preference or discrimination is undue and unreasonable, or unjust to any State; due regard being had to the financial responsibilities incurred by any State in connexion with the construction and maintenance of its railways. But no preference or discrimination shall, within the meaning of this section, be taken to be undue and unreasonable, or unjust to any State, unless so adjudged by the Inter-State Commission.

 

 

102. [Parlament kann Bevorzugungen durch Staaten untersagen] Das Parlament kann in Rücksicht auf Handel oder Gewerbe durch ein Gesetz verbieten, daß hinsichtlich der Eisenbahnen seitens eines Staates oder einer in dem Staate bestehenden Behörde eine Bevorzugung oder Unterscheidung stattfindet, wenn diese Bevorzugung oder Unterscheidung unangebracht, unbegründet oder ungerecht gegen einen Staat ist, jedoch mit gebührender Rücksichtnahme auf die finanziellen Verpflichtungen, welche ein Staat in Verbindung mit dem Bau und betrieb seiner Eisenbahnen übernommen hat. Aber keine derartige Bevorzugung  oder Unterscheidung soll, nach Maßgabe dieses Abschnittes, als unangebracht, unbegründet oder ungerecht gegen einen Staat gelten, wenn die Zwischenstaatliche Kommission nicht dementsprechend erkannt hat.

 

103. Commissioners' appointment, tenure and remuneration. The members of the Inter-State Commission:
(i) shall be appointed by the Governor-General in Council;
(ii) shall hold office for seven years, but may be removed within that time by the Governor-General in Council, on an address from both Houses of the Parliament in the same session praying for such removal on the ground of proved misbehaviour or incapacity;

(iii) shall receive such remuneration as the Parliament may fix; but such remuneration shall not be diminished during their continuance in office.

 

103. [Ernennung, Amtszeit und Besoldung der Kommissionsmitglieder] Die Mitglieder der Zwischenstaatlichen Kommission:
(i) sollen von dem Generalgouverneur im Rat ernannt werden;
(ii) sollen ihr Amt sieben Jahre inne haben, können aber innerhalb dieser Zeit durch den Generalgouverneur im Rat desselben entsetzt werden auf einen während derselben Session von beiden Häusern des Parlamentes gestellten Antrag hin, welcher die Absetzung auf Grund bewiesener Unwürdigkeit oder Unfähigkeit verlangt;
(iii) sollen eine vom Parlamente festzusetzende Besoldung erhalten; dieselbe soll jedoch während ihrer Amtszeit nicht verringert werden.
 

 

104. Saving of certain rates. Nothing in this Constitution shall render unlawful any rate for the carriage of goods upon a railway, the property of a State, if the rate is deemed by the Inter-State Commission to be necessary for the development of the territory of the State, and if the rate applies equally to goods within the State and to goods passing into the State from other States.
 

 

104. [Sicherung bestimmter Tarife] Nichts in dieser Verfassung soll eine Steuer für die Güterbeförderung auf einer Eisenbahn eines Staates als ungesetzlich erklären, wenn die Zwischenstaatliche Kommission diese Steuer als notwendig für die Entwicklung des Gebietes des Staates erachtet hat, und wenn dieselbe in gleicher Weise von Waren innerhalb des Staates und von solchen aus anderen Staaten in den Staat hineinkommenden erhoben wird.

 

105. Taking over public debts of States. The Parliament may take over from the States their public debts as existing at the establishment of the Commonwealth, or a proportion thereof according to the respective numbers of their people as shown by the latest statistics of the Commonwealth, and may convert, renew, or consolidate such debts, or any part thereof; and the States shall indemnify the Commonwealth in respect of the debts taken over, and thereafter the interest payable in respect of the debts shall be deducted and retained from the portions of the surplus revenue of the Commonwealth payable to the several States, or if such surplus is insufficient, or if there is no surplus, then the deficiency or the whole amount shall be paid by the several States.
 

Durch Gesetz No.3 vom 6. August 1910 wurden im Art. 105 die Worte "as existing at the establishment of the Commonwealth," gestrichen.

 

105. [Übernahme von öffentlichen Schulden der Staaten] Das Parlament kann von den Staaten ihre Schulden übernehmen, wie sie bei der Gründung des Bundes bestanden, oder einen Teil derselben im Verhältnis ihrer Bevölkerungsziffer nach den neuesten statistischen Erhebungen des Bundes, und es kann diese Schulden oder einen Teil derselben konvertieren, erneuern oder konsolidieren; die Staaten haben den Bund für die übernommenen Schulden zu entschädigen, und dementsprechend sollen die für die Schulden zu zahlenden Zinsen von den an die Einzelstaaten seitens des Bundes abzuführenden Anteilen am Einnahmenüberschuß abgerechnet und zurückbehalten werden, und wenn dieser Überschuß nicht genügt, oder kein Überschuß vorhanden ist, dann soll der Fehlbetrag oder der Gesammtbetrag von den Einzelstaaten bezahlt werden.

Durch Gesetz No.3 vom 6. August 1910 wurden im Art. 105 die Worte "wie sie bei der Gründung des Bundes bestanden," gestrichen.

Durch Gesetz No.1 vom 13. Februar 1929 wurde an dieser Stelle folgender Artikel eingefügt:
"105A. Agreements with respect to State debts. (1) The Commonwealth may make agreements with the States with respect to the public debts of the States, including:
(a) the taking over of such debts by the Commonwealth;
(b) the management of such debts;
(c) the payment of interest and the provision and management of sinking funds in respect of such debts;
(d) the consolidation, renewal, conversion, and redemption of such debts;
(e) the indemnification of the Commonwealth by the States in respect of debts taken over by the Commonwealth; and
(f) the borrowing of money by the States or by the Commonwealth, or by the Commonwealth for the States.
(2) The Parliament may make laws for validating any such agreement made before the commencement of this section.
(3) The Parliament may make laws for the carrying out by the parties thereto of any such agreement.
(4) Any such agreement may be varied or rescinded by the parties thereto.
(5) Every such agreement and any such variation thereof shall be binding upon the Commonwealth and the States parties thereto notwithstanding anything contained in this Constitution or the Constitution of the several States or in any law of the Parliament of the Commonwealth or of any State.
(6) The powers conferred by this section shall not be construed as being limited in any way by the provisions of section one hundred and five of this Constitution."

 

Durch Gesetz No.1 vom 13. Februar 1929 wurde an dieser Stelle folgender Artikel eingefügt:
"105a. Vereinbarungen in bezug auf die Staatsschulden. (1) Der Bund kann Abkommen mit den Staaten hinsichtlich ihrer öffentlichen Schulden treffen einschließlich der
a) Schuldenübernahme durch den Bund,
b) Verwaltung dieser Schulden,
c) Zinsenzahlung sowie Schaffung und Verwaltung von Tilgungsfonds für diese Schulden,
d) Konsolidierung, Erneuerung, Konversion und Abdeckung dieser Schulden,
e) Entschädigung, die dem Bund durch die Staaten für die Schuldübernahme durch den Bund zu gewähren ist und der
f) Anleihen der Staaten und des Bundes und der vom Bund für die Staaten aufgenommenen Anleihen.
(2) Das Parlament kann Abkommen, die vor Inkrafttreten dieses Abschnittes abgeschlossen sind, durch Gesetz gutheißen.
(3) Das Parlament kann Gesetze für die Ausführung der Einzelheiten derartiger Abkommen erlassen.
(4) Jedes derartige Abkommen kann durch die Vertragsparteien geändert oder aufgehoben werden.
(5) Jedes derartige Abkommen und jede Abänderung eines solchen ist für den Bund und die an dem Abkommen beteiligten Staaten bindend ohne Rücksicht auf Bestimmungen dieser Verfassung oder der Verfassung der einzelnen Staaten oder von Gesetzen des Parlaments des Bundes oder eines Staates.
(6) Die in diesem Abschnitt festgesetzten Befugnisse werden durch die Bestimmungen des Abschnitts 105 dieser Verfassung nicht beschränkt.

 

Chapter V.
The States
 

Kapitel V.
Die Staaten

 

106. Saving of Constitutions. The Constitution of each State of the Commonwealth shall, subject to this Constitution, continue as at the establishment of the Commonwealth, or as at the admission or establishment of the State, as the case may be, until altered in accordance with the Constitution of the State.

 

106. [Schutz der Verfassungen] Die Verfassung eines jeden Staates des Bundes soll, im Einklang mit dieser Verfassung in Kraft bleiben, wie bei der Gründung des Bundes oder zur Zeit der Zulassung oder Gründung des Staates, wie es der Fall sein mag, bis sie nach Maßgabe der Verfassung des Staates geändert wird.

 

107. Saving of power of State Parliaments. Every power of the Parliament of a Colony which has become or becomes a State, shall, unless it is by this Constitution exclusively vested in the Parliament of the Commonwealth or withdrawn from the Parliament of the State, continue as at the establishment of the Commonwealth, or as at the admission or establishment of the State, as the case may be.

 

107. [Sicherung der Befugnisse der Parlamente der Staaten] Alle Befugnisse des Parlamentes einer Kolonie, welche Staat geworden ist oder wird, sollen, wenn sie nicht durch diese Verfassung ausdrücklich dem Parlament des Bundes zugeteilt oder dem Parlamente des Staates entzogen wurden, fortdauern wie bei der Gründung des Bundes oder zur Zeit der Zulassung oder Gründung des Staates, wie es der Fall sein mag.

 

108. Saving of State laws. Every law in force in a Colony which has become or becomes a State, and relating to any matter within the powers of the Parliament of the Commonwealth, shall, subject to this Constitution, continue in force in the State; and, until provision is made in that behalf by the Parliament of the Commonwealth, the Parliament of the State shall have such powers of alteration and of repeal in respect of any such law as the Parliament of the Colony had until the Colony became a State.

 

108. [Schutz der Staatsgesetze]  Jedes in Kraft befindliche Gesetz in einer Kolonie, die Staat geworden ist oder wird, das sich auf einen innerhalb der Befugnisse des Parlaments des Bundes befindlichen Gegenstand bezieht, soll, in Übereinstimmung mit dieser Verfassung, Wirksamkeit in dem State behalten; und bis eine Bestimmung von dem Parlamente des Bundes in dieser Beziehung getroffen wird, soll das Parlament des Staates diejenigen Befugnisse zur Abänderung und Aufhebung eines derartigen Gesetzes haben, welche dem Parlamente der Kolonie zustanden, bis die Kolonie Staat wurde.

Klassische Beschreibung dessen, was in der Staatsrechtslehre als "Konkurrierende Gesetzgebung" bezeichnet wird.

 

109. Inconsistence of laws. When a law of a State is inconsistent with a law of the Commonwealth, the latter shall prevail, and the former shall, to the extent of the inconsistency, be invalid.

109. [Unvereinbarkeit von Gesetzen] Wenn ein Gesetz eines Staates mit einem Gesetz des Bundes unvereinbar ist, soll letzteres vorgehen, und das erstere soll in der Ausdehnung, in welcher der Widerspruch besteht, ungiltig sein.

 

110. Provisions referring to Governor. The provisions of this Constitution relating to the Governor of a State extend and apply to the Governor for the time being of the State, or other chief executive officer or administrator of the government of the State.

110. [Vorschriften bezüglich der Gouverneure] Die auf den Gouverneur eines Staates bezüglichen Bestimmungen dieser Verfassung gelten und finden Anwendung auf den zur Zeit vorhandenen Gouverneur des Staates oder auf einen anderen obersten Staatsbeamten oder Verweser der Regierung des Staates.

 

111. States may surrender territory. The Parliament of a State may surrender any part of the State to the Commonwealth; and upon such surrender, and the acceptance thereof by the Commonwealth, such part of the State shall become subject to the exclusive jurisdiction of the Commonwealth.

 

111. [Übertragung von Gebietsteilen eines Staates] Das Parlament eines Staates kann irgend einen Gebietsteil des Staates dem Bund überweisen; bei der Überweisung und der Annahme seitens des Bundes soll dieser Teil des Staates der ausschließlichen Gerichtsbarkeit des Bundes unterworfen werden.

 

112. States may levy charges for inspection laws. After uniform duties of customs have been imposed, a State may levy on imports or exports, or on goods passing into or out of the State, such charges as may be necessary for executing the inspection laws of the State; but the net produce of all charges so levied shall be for the use of the Commonwealth; and any such inspection laws may be annulled by the Parliament of the Commonwealth.

 

112. [Erhebung von Gebühren der Staaten zur Ausführung von Gesetzen] Nach der Einführung einheitlicher Zölle kann ein Staat von der Ein- und Ausfuhr oder von Waren, welche in den Staat eingehen oder aus ihm herausgehen, diejenigen Abgaben erheben, welche zur Ausführung der Überwachungsgesetze des Staates nötig sind; aber der Reinertrag aller so erhobener Abgaben soll zu Nutzen des Bundes sein, und jedes derartige Überwachungsgesetz kann von dem Parlamente des Bundes aufgehoben werden.

 

113. Intoxication liquids. All fermented, distilled, or other intoxicating liquids passing into any State or remaining therein for use, consumption, sale, or storage, shall be subject to the laws of the State as if such liquids had been produced in the State.

 

113. [Alkoholische Flüssigkeiten]  Alle fermentierten, destillierten sowie andere alkoholische Flüssigkeiten, welche in einen Staat eingeführt werden oder darin bleiben für den Gebrauch, Verbrauch, Verkauf oder Lagerung, sollen den Gesetzen dieses Staates unterliegen, gleich als ob diese Flüssigkeiten in dem Staate produziert worden wären.

 

114. States may not raise forces. Taxation of property of Commonwealth or State. A State shall not, without the consent of the Parliament of the Commonwealth, raise or maintain any naval or military force, or impose any tax on property of any kind belonging to the Commonwealth, nor shall the Commonwealth impose any tax on property of any kind belonging to a State.

 

114. [Staaten sind nicht befugt, Streitkräfte zu halten. Steuern auf Eigentum des Bundes oder der Staaten] Ein Staat soll nicht ohne Zustimmung des Parlamentes des Bundes eine Land- oder Seestreitmacht aufstellen und unterhalten; auch nicht eine Steuer auf irgend welches Eigentum des Bundes legen, noch der Bund auf irgend welches Eigentum des Staates.

 

115. States not to coin money. A State shall not coin money, nor make anything but gold and silver coin a legal tender in payment of debts.

 

115. [Staaten sind nicht befugt, Geld zu prägen] Ein Staat soll kein Geld ausprägen und nur Gold oder Silber als gesetzliches Zahlungsmittel für die Schuldentilgung bestimmen.

 

116. Commonwealth not to legislate in respect of religion. A State shall not, without the consent of the Parliament of the Commonwealth, raise or maintain any naval or military force, or impose any tax on property of any kind belonging to the Commonwealth, nor shall the Commonwealth impose any tax on property of any kind belonging to a State.
 

 

116. [Der Bund kann keine Gesetze bezüglich der Religion erlassen] Der Bund soll kein Gesetz erlassen zur Einführung irgend einer Religion oder zur Auferlegung irgend einer religiösen Observanz oder zur Verhinderung der freien Ausübung irgend einer Religion, und es soll kein religiöser Eid verlangt werden zur Befähigung zu irgend einem Amt oder einer öffentlichen Handlung in dem Bund.

 

117. Rights of residents in States. A State shall not, without the consent of the Parliament of the Commonwealth, raise or maintain any naval or military force, or impose any tax on property of any kind belonging to the Commonwealth, nor shall the Commonwealth impose any tax on property of any kind belonging to a State.

 

117. [Rechte von Einwohnern von Staaten] Ein in irgend einem Staate wohnender Untertan der Königin soll in einem anderen Staate keine Bestimmung über Unfähigkeit oder Unterscheidung unterworfen sein, welche nicht in gleicher Weise auf ihn anwendbar wäre, falls er als Untertan der Königin in diesem anderen Staate wohnte.

 

118. Recognition of laws etc. of States. Full faith and credit shall be given, throughout the Commonwealth to the laws, the public Acts and records, and the judicial proceedings of every State.

 

118. [Anerkennung der Gesetze u. s. w. der Staaten] Volle Gültigkeit und Wirkung soll innerhalb des Bundes allen Gesetzen, öffentlichen Akten und Urkunden sowie den gerichtlichen Urteilen eines jeden Staates zustehen.

 

119. Protection of States from invasion and violence. The Commonwealth shall protect every State against invasion and, on the application of the Executive Government of the State, against domestic violence.

 

119. [Schutz der Staaten gegen Invasion und innere Unruhen] Der Bund hat jeden Staat gegen feindlichen Angriff und bei Aufrufen seitens der Regierung des Staates bei inneren Unruhen zu beschützen.

 

120. Custody of offenders against laws of the Commonwealth. Every State shall make provision for the detention in its prisons of persons accused or convicted of offences against the laws of the Commonwealth, and for the punishment of persons convicted of such offences, and the Parliament of the Commonwealth may make laws to give effect to this provision.
 

 

120. [Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen Gesetze des Bundes] Jeder Staat soll Anordnungen treffen für die Inhaftierung in seinen Gefängnissen derjenigen Personen, welche der Zuwiderhandlung gegen Gesetze des Bundes angeklagt oder überführt sind, sowie für die Bestrafung der eines derartigen Vergehens überführten Personen, und das Parlament des Bundes kann gesetzliche Bestimmungen für die Wirksamkeit dieser Anordnungen treffen.

 

Chapter VI.
New States
 

Kapitel VI.
Neue Staaten

 

121. New States may be admitted or established. The Parliament may admit to the Commonwealth or establish new States, and may upon such admission or establishment make or impose such terms and conditions, including the extent of representation in either House of the Parliament, as it thinks fit.

 

121. [Neue Staaten können aufgenommen oder gebildet werden] Das Parlament kann neue Staaten in den Bund aufnehmen oder neue Staaten bilden, sowie über die Zulassung oder Gründung diejenigen Abmachungen treffen und Bedingungen festsetzen, einschließlich des Umfanges der Vertretung in beiden Häusern des Parlamentes, wie es ihm angemessen scheint.

 

122. Government of territories. The Parliament may make laws for the government of any territory surrendered by any State to and accepted by the Commonwealth, or of any territory placed by the Queen under the authority of and accepted by the Commonwealth, or otherwise acquired by the Commonwealth, and may allow the representation of such territory in either House of the Parliament to the extent and on the terms which it thinks fit.
 

 

122. [Regierung der Territorien] Das Parlament kann gesetzliche Bestimmungen für die Regierung eines Territoriums treffen, das von einem Staate abgegeben und von dem Bund angenommen wurde, oder eines Territoriums, welches von der Königin unter die Herrschaft des Bundes gestellt und von diesem angenommen wurde, oder auf andere Art in den Besitz des Bundes kam, und kann die Vertretung eines solchen Territoriums in beiden Häusern des Parlamentes zulassen in dem Umfange und unter den Bedingungen, wie es ihm angemessen scheint.

 

123. Alteration of limits of States. The Parliament of the Commonwealth may, with the consent of the Parliament of a State, and the approval of the majority of the electors of the State voting upon the question, increase, diminish, or otherwise alter the limits of the State, upon such terms and conditions as may be agreed on, and may, with the like consent, make provision respecting the effect and operation of any increase or diminution or alteration of territory in relation to any State affected.
 

 

123. [Änderung der Staatsgrenzen] Das Parlament des Bundes kann unter Zustimmung des Parlamentes eines Staates und mit Einwilligung der Majorität der über die Angelegenheit abstimmenden Wähler des Staates die Grenzen des Staates erweitern, verkleinern oder sonstwie umgestalten, unter solchen Abmachungen und Bedingungen als gebilligt wurden, und kann im gleichen Einverständnis die Bestimmungen treffen zur Vornahme und Ausführung der territorialen Vergrößerung, Verringerung oder Umgestaltung eines dafür in Frage kommenden Staates.

 

124. Formation of new States. A State shall not, without the consent of the Parliament of the Commonwealth, raise or maintain any naval or military force, or impose any tax on property of any kind belonging to the Commonwealth, nor shall the Commonwealth impose any tax on property of any kind belonging to a State.

 

124. [Bildung eines neuen Staates] Ein neuer Staat kann gebildet werden durch Abtrennung eines Territoriums von einem Staate, aber nur mit Einwilligung des Parlamentes dieses Staates, oder durch Vereinigung zweier oder mehrerer Staaten oder Teile von Staaten, jedoch nur mit Einwilligung der Parlamente der dabei in Frage kommenden Staaten.

 

Chapter VII.
Miscellaneos
 

Kapitel VII.
Verschiedenes

 

125. Seat of Government. The seat of Government of the Commonwealth shall be determined by the Parliament, and shall be within territory which shall have been granted to or acquired by the Commonwealth, and shall be vested in and belong to the Commonwealth, and shall be in the State of New South Wales, and be distant not less than one hundred miles from Sydney.

Such territory shall contain an area of not less than one hundred square miles, and such portion thereof as shall consist of Crown lands shall be granted to the Commonwealth without any payment therefor.

The Parliament shall sit at Melbourne until it meet at the seat of Government.

 

125. [Sitz der Regierung] Der Sitz der Regierung des Bundes soll von dem Parlamente bestimmt werden und soll sich innerhalb eines dem Bund überwiesenen oder von ihm erworbenen Territorium befinden, ferner im Bund liegen und dazu gehören, und zwar soll er im Staate Neu-Süd-Wales sein und nicht weniger als hundert Meilen von Sydney entfernt.

Dieses Territorium soll ein Areal von nicht weniger als hundert Quadratmeilen umfassen und ein etwaiger aus Kronland bestehender Teil desselben soll dem Bund ohne Bezahlung überlassen werden.

Das Parlament soll in Melbourne tagen, bis es am Sitze der Regierung zusammentritt.

 

126. Power to Her Majesty to authorise Governor-General to appoint deputies. The Queen may authorise the Governor-General to appoint any person, or any persons jointly or severally, to be his deputy or deputies within any part of the Commonwealth, and in that capacity to exercise during the pleasure of the Governor-General such powers and functions of the Governor-General as he thinks fit to assign to such deputy or deputies, subject to any limitations expressed or directions given by the Queen; but the appointment of such deputy or deputies shall not affect the exercise by the Governor-General himself of any power or function.
 

 

126. [Befugnis Ihrer Majestät zur Ermächtigung des Generalgouverneurs zur Ernennung von Stellvertretern] Die Königin kann den Generalgouverneur ermächtigen, eine Person oder mehrere Personen zusammen als seinen oder seine Vertreter innerhalb eines Teiles des Bundes zu ernennen mit der Befähigung, so lange es dem Generalgouverneur beliebt, diejenigen Befugnisse und Handlungen des Generalgouverneurs auszuüben, welche er dem oder den Vertretern anzuweisen für angemessen erachtet, innerhalb ausdrücklicher Einschränkungen oder der von der Königin erlassenen Vorschriften; aber die Bestellung eines oder mehrerer Vertreter soll nicht die Ausübung von Befugnissen oder Funktionen seitens des Generalgouverneurs selbst berühren.

Hierzu ist das Patent, betreffend das Amt des Generalgouverneurs von 1984 (Letters Patent relating to the Office of Governor-General 1984) ergangen, das den dienstältesten Gouverneur der Staaten zum Stellvertreter des Generalgouverneurs bestimmte.

 

127. Aborigines not to be counted in reckoning population. In reckoning the numbers of the people of the Commonwalth, or of a State or other part of the Commonwealth, aboriginal natives shall not bei counted.

Durch Gesetz No.55 vom 10. August 1967 wurde der Art. 127 aufgehoben.

 

127. [Ureinwohner werden bei der Bevölkerungsziffer nicht mitgezählt] Bei der Feststellung der Bevölkerungsziffer des Commonwealth oder eines Staates, oder eines Teiles des Bundes sollen die Ureinwohner nicht mitgezählt werden.

Durch Gesetz No.55 vom 10. August 1967 wurde der Art. 127 aufgehoben.

 

Chapter VIII.
Alteration of the Constitution
 

Kapitel VIII.
Verfassungsänderungen

 

128. Mode of altering the Constitution. This Constitution shall not be altered except in the following manner:

The proposed law for the alteration thereof must be passed by an absolute majority of each House of the Parliament, and not less than two nor more than six months after its passage through both Houses the proposed lawn shall be submitted in each State to the electors qualified to vote for the election of members of the House of Representatives.

But if either House passes any such proposed law by an absolute majority, and the other House rejects or fails to pass it or passes it with any amendment to which the first-mentioned House will not agree, and if after an interval of three months the first-mentioned House in the same or the next session again passes the proposed law by an absolute majority with or without any amendment which has been made or agreed to by the other House, and such other House rejects or fails to pass it or passes it with any amendment to which the first-mentioned House will not agree, the Governor-General may submit the proposed law as last proposed by the first-mentioned House, and either with or without any amendments subsequently agreed to by both Houses, to the electors in each State qualified to vote for the election of the House of Representatives.
 

When a proposed law is submitted to the electors the vote shall be taken in such manner as the Parliament prescribes. But until the qualification of electors of members of the House of Representatives becomes uniform throughout the Commonwealth, only one-half the electors voting for and against the proposed law shall be counted in any State in which adult suffrage prevails.
 

And if in a majority of the States a majority of the electors voting approve the proposed law, and if a majority of all the electors voting also approve the proposed law, it shall be presented to the Governor-General for the Queen's assent.
 

No alteration diminishing the proportionate representation of any State in either House of the Parliament, or the minimum number of representatives of a State in the House of Representatives, or increasing, diminishing, or otherwise altering the limits of the State, or in any manner affecting the provisions of the Constitution in relation thereto, shall become law unless the majority of the electors voting in that State approve the proposed law.

Durch Gesetz No. 84 vom 29. Juli 1977 wurde der Art. 128 wie folgt geändert:
- im Absatz 2 wurde nach den Worten "in each State" die Worte "and Territory" eingefügt.
- im Absatz 3 im letzten Teil wurde nach den Worten "to the electors in each State" die Worte "and Territory" eingefügt.
- folgender Absatz wurde angefügt:
"In this section, “Territory” means any territory referred to in section one hundred and twenty two of this Constitution in respect of which there is in force a law allowing its representation in the House of Representatives."

 

128. [Verfahren bei Verfassungsänderungen] Die Verfassung soll nur in der folgenden Weise abgeändert werden:

Die Gesetzesvorlage über die Verfassungsänderung muß von einer absoluten Majorität jedes Hauses des Parlamentes angenommen worden sein, und nicht weniger als zwei, noch mehr als sechs Monate nach der Annahme durch beide Häuser soll die Gesetzesvorlage in jedem Staate den Wählern vorgelegt werden, die zur Wahl der Mitglieder des Repräsentantenhauses berechtigt sind.

Wenn aber eines der Häuser eine derartige Gesetzesvorlage mit einer absoluten Majorität annimmt und das andere Haus sie zurückweist oder nicht annimmt, oder mit einem Amendement annimmt, welchem das ersterwähnte Haus nicht zustimmen will, und wenn nach einem Zeitraum von drei Monaten das ersterwähnte Haus in derselben oder in der nächsten Session die Gesetzesvorlage mit einer absoluten Majorität wieder annimmt, mit oder ohne Amendement, welches von dem anderen Hause gemacht oder gebilligt worden war, und dieses andere Haus weist den Entwurf zurück oder nimmt ihn nicht an, oder nimmt ihn mit einem Amendement an, welchem das ersterwähnte Haus nicht zustimmen will, dann kann der Generalgouverneur die Gesetzesvorlage, wie sie zuletzt von dem ersterwähnten Hause eingebracht wurde, entweder mit oder ohne die in der Folge von beiden Häusern angenommenen Amendements, in jedem Staate den Wählern unterbreiten, die zur Wahl der Mitglieder des Repräsentantenhauses berechtigt sind.

Wenn eine Gesetzesvorlage den Wählern unterbreitet wird, soll die Abstimmung in der Weise vorgenommen werden, wie das Parlament bestimmt. Bis aber die Berechtigung als Wähler der Mitglieder des Repräsentantenhauses innerhalb des Bundes eine einheitliche ist, soll nur die Hälfte der für und gegen den Gesetzentwurf stimmenden Wähler in denjenigen Staaten gezählt werden, in welchen Erwachsenenstimmrecht vorherrscht.

Und wenn in einer Mehrzahl von Staaten eine Majorität der abstimmenden Wähler der Gesetzesvorlage zustimmt, und wenn eine Majorität aller so abstimmenden Wähler den Gesetzentwurf annimmt, soll er dem Generalgouverneur für die königliche Sanktionserteilung unterbreitet werden.

Keine Änderung, welche die verhältnismäßige Vertretung eines Staates in einem der Häuser des Parlamentes oder die Mindestzahl der Vertreter eines Staates in dem Repräsentantenhause verringert und die Grenzen des Staates vergrößern, verkleinern oder sonstwie umgestalten will, oder die Bestimmungen der Verfassung in Beziehung hierauf irgendwie berührt, soll Gesetz werden, wenn nicht die Majorität der in dem Staate abstimmenden Wähler die Gesetzesvorlage billigt.

Durch Gesetz No. 84 vom 29. Juli 1977 wurde der Art. 128 wie folgt geändert:
- im Absatz 2 wurde nach den Worten "in jedem Staate" die Worte "und jedem Territorium" eingefügt.
- im Absatz 3 im letzten Teil wurde nach den Worten "in jedem Staate" die Worte "und jedem Territorium" eingefügt.
- folgender Absatz wurde angefügt:
"In diesem Abschnitt bedeutet "Territorium" jedes Gebiet im Sinne von Abschnitt 122 dieser Verfassung, das in bezug auf das in Kraft befindliche Gesetz zu einer Vertretung im Repräsentantenhaus berechtigt ist."

 

Hinweise:
Bei der Übersetzung wurde das "Commonwealth" oder "Commonwealth of Australia" als "Bund" bzw. "Australischer Bund" übersetzt; wörtlich "Gemeinwesen" bzw. Gemeinwesen von Australien".

Interessant bei der Australischen Verfassung ist:
- dass viele Bestimmungen nur so lange als Verfassungsrecht gelten "bis das Parlament etwas anderes beschließt". D. h., sobald das Parlament die bestimmte Materie einfachgesetzlich beschließt, fällt die verfassungsrechtliche Bestimmung (die quasi Übergangsbestimmung ist), fort, ohne dass das Verfassungsgesetz geändert würde; vorstehend wird versucht, diese Bestimmungen als gegenstandslos zu kennzeichnen. Dagegen sind wirkliche, dauerhafte Verfassungsbestimmungen nur unter sehr strengen Vorgaben zu ändern, weshalb es in den über 110 Jahren des Australischen Bundes nur 8 Verfassungsänderungen (davon 3 allein im Jahr 1977) gab.
- dass Australien, neben Kanada, und später Südafrika, Südirland, Neufundland und Neuseeland, bis zum Erlass und der Inkraftsetzung des Westminster-Statuts von 1931 nur ähnlich dem heutigen Schottland ein sich selbst verwaltender Teil des Britischen Reiches war (Devolution), in dem das Parlament von Großbritannien und Irland (House of Lords, House of Commons und Krone) weiterhin die Souveränität über wichtige Angelegenheiten (wie Außenpolitik und Streitkräfte) allein innehatte. Das britische Parlament hätte bis 1931 auch das formale Recht gehabt, in die inneren Angelegenheiten der Dominions einzugreifen, was manchmal, jedoch nur mit Zustimmung der entsprechenden Regierung, geschah. Wenn das britische Parlament eingriff, so erfolgte dies durch ein Reichsgesetz (Imperial Act), das über den kolonialen Gesetzen stand.
- Australien erhielt 1931 (mit der Inkraftsetzung des Reichsgesetzes, Westminster-Statut von 1931 genannt) die volle Souveränität über seine Gesetzgebung; das britische Parlament verzichtete in diesem Gesetz für alle Dominions auf das Vorrecht ihrer Gesetzgebung auch in den Dominions; damit wurden die Dominions vollständig unabhängige Staaten, nur durch die Krone verbunden, die weiterhin das gemeinsame Staatsoberhaupt im Britischen Commonwealth (wie das Britische Reich ab diesem Zeitpunkt hieß).
- Australien hatte bis 1948 kein eigenständiges Staatsbürgerschaftsrecht. "Untertanen Seiner bzw. Ihrer Majestät" (a British subject), die sich in Australien niederließen, hatten automatisch die Rechte eines "Staatsbürgers von Australien"; Ausländer wurden nach dem britischen Staatsbürgerschaftsrecht eingebürgert. Es gab zwar in Australien ein Nationalitätsgesetz von 1920 (Nationality Act 1920), das aber nur kleinere Korrekturen am britischen Recht vornahm, ohne die einheitliche Staatsbürgerschaft (bzw. Untertanenschaft) zu ändern. Das britische Staatsbürgerschaftsgesetz von 1948 (British Nationality Act 1948) hat zwar für Großbritannien eine Staatsbürgerschaft eingeführt, aber den Status eines Untertanen der Krone (a British subject) beibehalten, ebenso wie das australische Staatsbürgerschaftsgesetz von 1948 (Australian Nationality and Citizenship Act 1948). Damit waren zwar formal zwei verschiedene Staatsbürgerschaften geschaffen, aber die Einheit als Untertanen Seiner bzw. Ihrer Majestät blieb gewahrt. Erst mit dem Amendment von 1984 fiel in Australien die Einheit fort, und ab diesem Zeitpunkt waren die australischen Staatsbürger keine "britsh subjects" mehr. Im Jahr 1988 hat das Australische Oberste Gericht erstmals festgestellt, dass nur diejenigen australische Staatsbürger sind, die die australische Staatsbürgerschaft besitzen, ob sie nun Untertanen Ihrer Majestät im Vereinigten Königreich sind oder nicht.
 

 
Quelle: Quelle: Australische Gesetze
http://foundingdocs.gov.au/item-sdid-82.html
Dr. Doerkes-Boppard, Verfassungsgeschichte der Australischen Kolonien und des Commonwealth of Australia, Oldenbovrg 1903
Verfassungsurkunden von Staatenverbindungen, AA 1953
Johannes H. Voigt, Geschichte Australiens, Kröner 488 Stuttgart 1988
teilweise eigene Übersetzung (keine Gewähr)

© 13. März 2012 - 26. März 2012
Home              Zurück              Top